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Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag – medizinische Fußpflege / Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie / Kältetherapie
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Ein vertrauter Morgen, ein unerwünschtes Hautbild
Der Wecker klingelt. Du gehst ins Bad, der erste Blick in den Spiegel. Und da ist sie wieder, diese eine schmerzhafte, rote Erhebung an der Wange. Oder vielleicht sind es mehrere kleine Pusteln auf der Stirn, die sich über Nacht gebildet haben. Ein Gefühl der Frustration und Ohnmacht macht sich breit. Du hast bereits unzählige Cremes, Waschlotionen und Ernährungsanpassungen ausprobiert. Manchmal wird es besser, doch die ersehnte, dauerhaft reine Haut bleibt ein unerreichtes Ziel. Dieser tägliche Kampf mit dem eigenen Spiegelbild ist für Millionen von Menschen mit Akne oder chronisch unreiner Haut eine seelische Belastung. Sie suchen nach Wegen, ihren Körper ganzheitlich zu unterstützen und die zugrundeliegenden Prozesse positiv zu beeinflussen. Ein solcher Weg, der auf physiologischer Ebene ansetzt, kann die regelmäßige Ganzkörperkältetherapie sein.
Das komplexe Geschehen hinter unreiner Haut
Um zu verstehen, wie eine systemische Anwendung wie die Kryotherapie (Cryo) überhaupt eine Rolle spielen kann, müssen wir zunächst die Vorgänge in der Haut selbst betrachten. Akne ist weit mehr als nur ein paar Pickel. Es ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Talgdrüsenfollikel. Vier zentrale Faktoren wirken hierbei zusammen und verstärken sich gegenseitig.
Erstens kommt es zu einer Verhornungsstörung im Ausgang des Follikelkanals, der sogenannten follikulären Hyperkeratose. Abgestorbene Hautzellen verkleben miteinander und bilden einen Pfropf, der den Talgabfluss blockiert. Es entsteht ein Mitesser, ein Komedo.
Zweitens produzieren die Talgdrüsen, oft hormonell gesteuert, übermäßig viel Hautfett. Dieser Zustand der Hyperseborrhö schafft ein ideales Milieu für den dritten Faktor: die Vermehrung bestimmter Bakterien. Insbesondere das Bakterium Cutibacterium acnes (früher Propionibacterium acnes), ein normaler Bestandteil der Hautflora, fühlt sich in dieser sauerstoffarmen, fettreichen Umgebung wohl und vermehrt sich stark.
Diese bakterielle Überbesiedlung ruft schließlich den vierten und entscheidenden Faktor auf den Plan: die Immunantwort des Körpers. Das Immunsystem erkennt die Bakterien und deren Stoffwechselprodukte als fremd und löst eine Entzündungsreaktion aus. Botenstoffe werden ausgeschüttet, Immunzellen wandern in das Gewebe ein, und es kommt zu den typischen Symptomen wie Rötung, Schwellung, Eiterbildung und Schmerz. Diese Entzündung ist der Kern des Problems, der aus einem unscheinbaren Mitesser eine schmerzhafte Papel oder Pustel macht. Chronische, unterschwellige Entzündungsprozesse im Körper können dieses Geschehen zusätzlich anfeuern.
Der unverzichtbare Gang zur ärztlichen Praxis
Bevor Du über ergänzende Maßnahmen wie eine Kälteanwendung nachdenkst, ist eine fundierte ärztliche Diagnose unerlässlich. Nur eine Dermatologin oder ein Dermatologe kann die Form und den Schweregrad Deiner Akne korrekt beurteilen. Es gibt verschiedene Ausprägungen, von der leichten Acne comedonica über die mittelschwere Acne papulopustulosa bis hin zur schweren Acne conglobata mit tiefen Knoten und Abszessen.
Die medizinische Diagnostik umfasst eine genaue Untersuchung der Haut und eine ausführliche Anamnese, in der auch Faktoren wie hormonelle Zyklen, Medikamenteneinnahme, Ernährung und Stresslevel besprochen werden. Auf Basis dieser Diagnose wird ein individueller Therapieplan erstellt. Dieser kann von topischen, also äußerlich aufgetragenen, Wirkstoffen wie Benzoylperoxid, Retinoiden oder Antibiotika bis hin zu systemischen, also innerlich wirkenden, Medikamenten wie Antibiotika, Hormonpräparaten oder Isotretinoin bei schweren Verläufen reichen.
Die Ganzkörperkältetherapie, wie wir sie in unserem Studio in Memmingen anbieten, ist eine Wellness- und Regenerationsanwendung. Sie ersetzt keine dieser medizinischen Behandlungen und stellt keine Therapie im heilkundlichen Sinne dar. Sie kann jedoch als physiologisch basierte, unterstützende Maßnahme in ein Gesamtkonzept integriert werden, immer in Absprache mit Deinem behandelnden Arzt oder Deiner Ärztin.
Was die Forschung zur Ganzkörperkältetherapie zeigt
Die wissenschaftliche Untersuchung der Ganzkörperkältetherapie konzentriert sich stark auf die Sportmedizin und die Regenerationsphysiologie. Direkte, großangelegte Studien zur Wirkung auf Akne existieren bislang nicht. Dennoch lassen sich aus der vorhandenen Forschung interessante physiologische Mechanismen ableiten, deren Übertragbarkeit auf das Hautgeschehen diskutiert wird. Hier ist ein vorsichtiger Blick auf die Datenlage geboten.
Mehrere Übersichtsarbeiten und Studien haben die Effekte von Kältereizen auf Entzündungsmarker, das Immunsystem und den oxidativen Stress untersucht [3, 4, 5]. In Untersuchungen mit Sportlern wurde beispielsweise beobachtet, wie sich die Konzentration von Entzündungsmediatoren wie Interleukin-6 (IL-6) nach intensiver Belastung und anschließender Kälteanwendung verhält [4, 7]. Solche Marker spielen eine zentrale Rolle bei der Steuerung von Entzündungsprozessen im ganzen Körper. Die Hypothese lautet, dass eine systemische Dämpfung überschießender Entzündungsreaktionen durch die Kälte auch positive Effekte auf chronisch entzündliche Zustände wie Akne haben könnte. Eine Studie an gesunden Männern deutete darauf hin, dass eine Serie von Kälteanwendungen die Konzentration bestimmter pro-inflammatorischer Zytokine beeinflussen kann [7].
Ein weiterer relevanter Forschungszweig befasst sich mit oxidativem Stress. Dieser entsteht, wenn im Körper ein Ungleichgewicht zwischen schädigenden freien Radikalen und schützenden Antioxidantien herrscht. Oxidativer Stress ist eng mit Entzündungsprozessen verknüpft und spielt auch in der Pathophysiologie der Akne eine Rolle. Eine interessante Studie untersuchte die Auswirkungen von zehn Sitzungen Ganzkörperkälte auf Marker des oxidativen Stresses bei gesunden Männern [6]. Die Ergebnisse deuteten auf eine Reduktion von Oxidationsprodukten und eine gleichzeitige Stärkung der körpereigenen antioxidativen Abwehrsysteme hin. Eine solche Verschiebung hin zu einem besseren antioxidativen Schutz könnte theoretisch dazu beitragen, die entzündliche Komponente bei unreiner Haut zu mildern.
Thermografische Untersuchungen der Haut zeigen zudem, welch massive physiologische Reaktion eine nur dreiminütige Kälteanwendung auslöst. Die Hauttemperatur sinkt unmittelbar und drastisch ab, was zu einer starken Verengung der oberflächlichen Blutgefäße führt [1]. Nach dem Verlassen der Kryotherapie folgt eine reaktive, intensive Wiedererwärmung und Durchblutungssteigerung. Dieser "Gefäßtrainingseffekt" könnte die Mikrozirkulation und damit die Versorgung der Haut mit Sauerstoff und Nährstoffen sowie den Abtransport von Stoffwechselprodukten optimieren.
Die Grenzen dieser Forschung sind jedoch klar zu benennen. Die meisten Studien wurden an kleinen Gruppen gesunder, oft männlicher Probanden oder Athleten durchgeführt [2, 6, 7]. Die Ergebnisse lassen sich daher nicht ohne Weiteres auf Menschen mit einer Hauterkrankung übertragen. Die Beobachtungszeiträume sind oft kurz und die genauen Dosis-Wirkungs-Beziehungen sind noch unklar. Es handelt sich um Hinweise auf systemische Effekte, nicht um einen direkten Wirkungsnachweis bei Akne. Dennoch liefern sie eine plausible physiologische Grundlage für die Beobachtungen vieler unserer Gäste, die von einer Verbesserung ihres Hautbildes im Zuge regelmäßiger Kälteanwendungen berichten.
Wie eine Ganzkörperkältetherapie die Hautphysiologie beeinflussen kann
Basierend auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen und physiologischen Überlegungen lassen sich mehrere Hypothesen formulieren, wie die Ganzkörperkältetherapie bei unreiner Haut unterstützend wirken kann.
Im Mittelpunkt steht der mögliche Einfluss auf systemische Entzündungsprozesse. Der extreme Kältereiz bei -110 °C löst im Körper eine komplexe neuroendokrine Reaktion aus. Dies führt zur Ausschüttung verschiedener Botenstoffe und Hormone, darunter solche mit entzündungshemmendem Potenzial. Die Idee ist, dass diese systemische Antwort dazu beitragen kann, die lokale, überschießende Entzündungsreaktion in den Talgdrüsen zu modulieren und zu beruhigen. Es geht nicht darum, die Entzündung zu unterdrücken, was die Immunabwehr schwächen würde, sondern sie zu regulieren.
Die bereits erwähnte Verbesserung der Mikrozirkulation ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Die initiale, starke Verengung der Blutgefäße in der Haut (Vasokonstriktion) wird nach der Anwendung von einer deutlichen Erweiterung (Vasodilatation) abgelöst. Dieser Pumpeffekt trainiert die Gefäße und kann die Durchblutung des Hautgewebes langfristig verbessern. Eine optimierte Blutzirkulation bedeutet eine bessere Versorgung der Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen und einen effizienteren Abtransport von Entzündungsmediatoren und Stoffwechselabfällen.
Zudem berichten viele Anwender von einer Reduktion des allgemeinen Stresslevels und einer Verbesserung der Schlafqualität. Da Stresshormone wie Cortisol nachweislich die Talgproduktion anregen und Entzündungen fördern können, kann jede Maßnahme, die zur Stressregulation beiträgt, indirekt auch das Hautbild positiv beeinflussen. Die Kälteanwendung kann hier als starker Reiz wirken, der das vegetative Nervensystem "neustartet" und eine tiefgreifende Entspannung fördert.
Wichtige Hinweise und Grenzen der Anwendung bei Akne
Eine Ganzkörperkältetherapie ist eine intensive Anwendung, die nicht für jeden geeignet ist. Bei bestimmten Vorerkrankungen ist sie kontraindiziert. Dazu gehören insbesondere:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. schlecht eingestellter Bluthochdruck, Herzinfarkt in der jüngeren Vergangenheit, Herzschrittmacher)
- Schwere Durchblutungsstörungen wie das Raynaud-Syndrom
- Akute fieberhafte Infekte
- Kälteallergie
- Bestimmte Nervenerkrankungen (Polyneuropathien)
- Schwangerschaft
Speziell im Kontext von Akne und Hauterkrankungen ist es wichtig, dass die Hautareale, die der Kälte ausgesetzt werden, trocken und frei von offenen, nässenden Wunden sind. Kleinere, geschlossene Entzündungen oder abgeheilte Pickel stellen in der Regel kein Problem dar. Vor der ersten Anwendung führen wir bei uns im Studio in Memmingen, im Herzen des Unterallgäus, ein ausführliches Aufklärungsgespräch, um alle relevanten Gesundheitsfragen zu klären und die Sicherheit zu gewährleisten. Deine Haut sollte vor dem Betreten der Kammer vollständig trocken sein und frei von Cremes oder Lotionen, um Hautirritationen durch gefrierende Feuchtigkeit zu vermeiden.
Häufige Fragen zur Kältetherapie bei Hautbildern
Ersetzt die Ganzkörperkältetherapie eine ärztliche Akne-Behandlung?
Nein, auf keinen Fall. Die Ganzkörperkältetherapie ist eine Wellness- und Regenerationsanwendung, die ein medizinisches Behandlungskonzept unterstützen kann. Die Diagnose und Therapie von Akne gehören immer in die Hände einer Ärztin oder eines Arztes.
Wie schnell kann ich eine Veränderung meines Hautbildes erwarten?
Die Reaktionen sind sehr individuell. Da die Kältetherapie auf systemische, regulierende Prozesse abzielt, ist sie keine schnelle Lösung. Viele unserer Gäste berichten von ersten positiven Eindrücken nach einer Serie von mehreren Anwendungen, oft über einige Wochen verteilt.
Kann die extreme Kälte meiner Haut nicht schaden?
Die Kälte in der Kammer ist eine sehr trockene Kälte. Da die Anwendungszeit mit rund drei Minuten sehr kurz ist und die Haut trocken sein muss, kommt es nicht zu Erfrierungen. Die Hauttemperatur sinkt zwar oberflächlich stark ab, der Körperkern bleibt jedoch stabil.
Wie oft sollte ich die Kältetherapie für mein Hautbild nutzen?
Für nachhaltige Effekte im Rahmen der Kälteadaption empfehlen viele Protokolle eine initiale Phase mit häufigeren Anwendungen, zum Beispiel zwei bis drei Mal pro Woche. Anschließend kann eine Anwendung pro Woche ausreichen, um die Effekte aufrechtzuerhalten. Dies ist jedoch individuell und sollte auf das persönliche Empfinden abgestimmt werden.
Wirkt die Kältetherapie auch bei Aknenarben?
Die Forschung konzentriert sich auf die Beeinflussung aktiver Entzündungsprozesse. Eine Wirkung auf bereits bestehendes, "reifes" Narbengewebe ist durch Kältetherapie nicht belegt. Durch die Verbesserung der Mikrozirkulation könnte sie jedoch die Abheilung frischer Läsionen unterstützen und so möglicherweise der Narbenbildung indirekt entgegenwirken.
Muss ich meine Hautpflege nach der Kryotherapie anpassen?
Nach der Anwendung ist die Haut sehr gut durchblutet und aufnahmefähig. Es kann sinnvoll sein, danach eine hochwertige, nicht komedogene Feuchtigkeitspflege aufzutragen. Vermeide aggressive oder stark reizende Produkte direkt nach der Kälteanwendung.
Kältetherapie in Memmingen
Die Ganzkörperkältetherapie bei Kryotherapie (Cryo) Memmingen ist eine kurze, trockene Kälteanwendung bei bis zu –110 °C. Eine Sitzung dauert rund drei Minuten. Wer Kältetherapie bei Akne und unreine Haut begleitend nutzen möchte, klärt die Eignung vorab ärztlich ab. Unsere Anwendung ersetzt keine Behandlung, sie kann sie im Alltag ergänzen.
Wie eine Sitzung genau abläuft, was Du mitbringst und worauf Du direkt danach achtest, steht im Ablauf der Kältetherapie. Welche Effekte in Studien und Erfahrungsberichten diskutiert werden, findest Du unter mögliche Wirkungen der Kältetherapie. Gegenanzeigen sammeln wir in den wichtigen Hinweisen.
Regelmäßige Kältetherapie ist planbar: Einzelsitzung, Karten oder Flatrate stehen in den Preisen. Fragen zur Ganzkörperkältetherapie beantworten wir gern persönlich.
Studien und Quellen
Diese peer-reviewten Publikationen bilden die Grundlage der im Text beschriebenen Studienlage. Sie zeigen mögliche Effekte, keine gesicherte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.
- [1] Thermography study of skin response due to whole-body cryotherapy
Cholewka A, Stanek A, Sieron A, Drzazga Z (2012), Skin Research and Technology. Thermografische Beobachtung der Hautreaktion auf Ganzkörperkälte.
- [2] Anthropometric characteristics and sex influence magnitude of skin cooling following exposure to whole body cryotherapy
Hammond LE, Cuttell S, Nunley P, Meyler J (2014), BioMed Research International. Hautkühlung in Abhängigkeit von Körperbau und Geschlecht.
- [3] Whole-body cryotherapy: empirical evidence and theoretical perspectives
Bleakley CM, Bieuzen F, Davison GW, Costello JT (2014), Open Access Journal of Sports Medicine. Kritische Einordnung der Datenlage und der physiologischen Erklärungsmodelle.
- [4] Whole-Body Cryotherapy in Athletes: From Therapy to Stimulation. An Updated Review of the Literature
Lombardi G, Ziemann E, Banfi G (2017), Frontiers in Physiology. Review zu Effekten auf Entzündungs-, Muskel- und Stoffwechselmarker bei Sportlern.
- [5] Whole-body cryotherapy in athletes
Banfi G, Lombardi G, Colombini A, Melegati G (2010), Sports Medicine. Frühe Übersichtsarbeit zu Anwendung und Sicherheitsaspekten im Sport.
- [6] Whole-body cryostimulation as an effective method of reducing oxidative stress in healthy men
Stanek A, Cholewka A, Wielkoszynski T, Romuk E, Sieron K, Sieron A (2016), Advances in Clinical and Experimental Medicine. Untersuchung von Markern des oxidativen Stresses nach Kälteserien.
- [7] Do sessions of cryostimulation have influence on white blood cell count, level of IL6 and total oxidative and antioxidative status in healthy men?
Lubkowska A, Szygula Z, Klimek AJ, Torii M (2010), European Journal of Applied Physiology. Messung von Leukozyten, Interleukin-6 und antioxidativem Status bei gesunden Männern.
- [8] Whole- and partial-body cryostimulation/cryotherapy: Current technologies and practical applications
Bouzigon R, Grappe F, Ravier G, Dugue B (2016), Journal of Thermal Biology. Übersicht zu Technik, Protokollen und Anwendungsfeldern der Ganzkörperkälte.