Schmerzen & Gelenke

Gicht verstehen: Hilfe durch Kryotherapie (Cryo)?

Ein plötzlicher, quälender Schmerz im Gelenk reißt dich aus dem Schlaf. Gicht. Wir erklären die Erkrankung und die Rolle, die Kälteanwendungen spielen können.

KI-generiertGicht verstehen: Hilfe durch Kryotherapie (Cryo)? – KI-generiertes Symbolbild
Gicht verstehen: Hilfe durch Kryotherapie (Cryo)?. Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Person oder Behandlungssituation und ist kein dokumentarisches Foto. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO/AI Act).

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Helga Maria Freitag, Gründerin und Podologin in Memmingen

Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag medizinische Fußpflege / Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie / Kältetherapie

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Der Schmerz, der aus dem Nichts kommt

Es ist mitten in der Nacht. Du schreckst aus dem Schlaf hoch, weil ein unvorstellbarer, stechender Schmerz durch dein Fußgelenk oder deinen großen Zeh fährt. Jede noch so leichte Berührung, selbst das Gewicht der Bettdecke, fühlt sich unerträglich an. Das Gelenk ist geschwollen, die Haut darüber spannt, ist gerötet und fühlt sich heiß an. Was wie eine akute Verletzung wirkt, ist oft der klassische Beginn eines Gichtanfalls. Eine Erfahrung, die tief verunsichert und unzählige Fragen aufwirft. Viele Betroffene suchen nach Wegen, solche Schmerzepisoden zu bewältigen und ihr Wiederkehren zu verhindern. Neben der unerlässlichen ärztlichen Behandlung rücken dabei auch physikalische Anwendungen wie die Ganzkörperkältetherapie in den Fokus, die auf die Modulation von Entzündungsprozessen abzielen.

Gicht: Wenn Kristalle im Gelenk rebellieren

Um zu verstehen, was bei einem Gichtanfall in deinem Körper passiert, müssen wir einen Blick auf den Stoffwechsel werfen. Im Zentrum des Geschehens steht die Harnsäure. Sie ist ein natürliches Abbauprodukt von Substanzen, die als Purine bezeichnet werden. Purine sind wichtige Bausteine unserer Zellen und unserer DNA, werden aber auch über die Nahrung aufgenommen, insbesondere durch Fleisch, Innereien und bestimmte Fischsorten. Normalerweise wird die anfallende Harnsäure über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Das System befindet sich im Gleichgewicht.

Bei einer Gichterkrankung ist dieses Gleichgewicht gestört. Entweder produziert der Körper zu viel Harnsäure oder, was häufiger der Fall ist, die Nieren können sie nicht mehr ausreichend ausscheiden. In der Folge steigt die Konzentration der Harnsäure im Blut an. Mediziner sprechen von einer Hyperurikämie. Ist dieser Zustand chronisch, kann die Harnsäure im Blut "auskristallisieren". Es bilden sich winzige, nadelscharfe Mononatriumuratkristalle. Diese Kristalle haben eine Vorliebe für bestimmte Körperregionen. Sie lagern sich bevorzugt in Gelenken, Sehnen, Schleimbeuteln oder im Ohrknorpel ab. Besonders häufig ist das Grundgelenk des großen Zehs betroffen.

Solange diese Kristalldepots einfach nur ruhen, bemerkst du davon nichts. Dein Immunsystem wird jedoch irgendwann auf diese Fremdkörper aufmerksam und startet eine massive Abwehrreaktion. Es schickt Fresszellen (Makrophagen) los, die versuchen, die Kristalle zu beseitigen. Dieser Prozess setzt eine Kaskade von entzündungsfördernden Botenstoffen, den sogenannten Zytokinen, in Gang. Das Resultat ist die gefürchtete, hochakute und extrem schmerzhafte Entzündung: der Gichtanfall.

Das typische Beschwerdebild und die ärztliche Diagnose

Ein akuter Gichtanfall ist kaum zu übersehen. Er beginnt oft plötzlich, häufig in der Nacht oder den frühen Morgenstunden, und erreicht innerhalb weniger Stunden seinen schmerzhaften Höhepunkt. Die klassischen Symptome an einem einzelnen Gelenk (Monoarthritis) sind:

  • Extreme Schmerzen, die als brennend, stechend oder pulsierend beschrieben werden.
  • Starke Schwellung des betroffenen Gelenks.
  • Eine deutliche Rötung der Haut über dem Gelenk.
  • Eine Überwärmung des Bereichs.
  • Extreme Berührungsempfindlichkeit.

Auch wenn das Großzehengrundgelenk der häufigste Ort des ersten Anfalls ist, können auch andere Gelenke betroffen sein, zum Beispiel das Sprunggelenk, das Knie, die Handgelenke oder die Fingergelenke. Unbehandelt klingt ein akuter Anfall meist nach einigen Tagen bis Wochen wieder ab, doch die zugrunde liegende Stoffwechselstörung bleibt bestehen. Ohne eine konsequente Behandlung können die Anfälle in immer kürzeren Abständen wiederkehren und weitere Gelenke betreffen. Langfristig kann es zur chronischen Gicht mit dauerhaften Gelenkschäden und der Bildung von Gichtknoten (Tophi) unter der Haut kommen.

Die Diagnose einer Gicht muss immer durch eine Ärztin oder einen Arzt erfolgen. Sie ist der erste und wichtigste Schritt. Vermutest du bei dir einen Gichtanfall, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Zur Diagnostik gehören in der Regel eine körperliche Untersuchung, die genaue Beschreibung deiner Symptome und eine Blutuntersuchung zur Bestimmung des Harnsäurespiegels. Wichtig zu wissen ist, dass der Harnsäurewert während eines akuten Anfalls auch normal sein kann. Als Goldstandard für die Diagnose gilt der Nachweis von Harnsäurekristallen in der Gelenkflüssigkeit, die durch eine Punktion des betroffenen Gelenks gewonnen wird. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall können ebenfalls helfen, Kristallablagerungen sichtbar zu machen.

Konventionelle Behandlung: Der ärztliche Weg

Die ärztliche Therapie der Gicht verfolgt zwei Hauptziele. Zum einen die schnelle Linderung der Schmerzen und der Entzündung im akuten Anfall. Zum anderen die langfristige Senkung des Harnsäurespiegels, um weitere Anfälle und chronische Schäden zu verhindern.

Im akuten Anfall werden meist entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) eingesetzt. Auch Kortisonpräparate kommen zur Anwendung, um die heftige Entzündungsreaktion schnell einzudämmen. Kühlen des Gelenks mit kalten Umschlägen und konsequente Schonung sind ebenfalls wichtige Maßnahmen.

Die Langzeittherapie zielt auf die Ursache, den erhöhten Harnsäurespiegel. Hierfür stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die entweder die Produktion von Harnsäure im Körper hemmen oder ihre Ausscheidung über die Nieren fördern. Diese Medikamente müssen in der Regel dauerhaft eingenommen werden. Eine zentrale Säule der Behandlung ist zudem eine Anpassung des Lebensstils. Eine purinarme Ernährung, die Reduktion von Übergewicht, der Verzicht auf Alkohol, insbesondere Bier, und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind entscheidend, um den Harnsäurespiegel natürlich zu senken und die medikamentöse Therapie zu unterstützen. Die Ganzkörperkältetherapie ist ausdrücklich kein Ersatz für diese etablierten medizinischen Maßnahmen, sondern kann als ergänzende Anwendung im Rahmen eines umfassenden Gesundheitskonzepts verstanden werden.

Kältetherapie bei Gicht: Ein unterstützender Ansatz

Hier kommt die physiologische Perspektive der Kälteanwendung ins Spiel. Wie kann ein dreiminütiger Aufenthalt bei minus 110 Grad Celsius potenziell einen positiven Einfluss auf ein so komplexes Geschehen wie die Gicht haben? Die Ganzkörperkältetherapie setzt nicht bei der Harnsäure selbst an, sondern bei einer ihrer fatalen Folgen: der Entzündungsreaktion. Der Ansatz ist rein physikalischer und physiologischer Natur.

Wenn du die Kryotherapie (Cryo) betrittst, reagiert dein Körper auf den extremen Temperaturreiz. Die oberflächlichen Blutgefäße in der Haut ziehen sich schlagartig zusammen (Vasokonstriktion). Dieser Mechanismus dient dem Schutz des Körperkerns vor Auskühlung. Nach der kurzen Anwendung passiert das Gegenteil: Die Gefäße weiten sich wieder stark (Vasodilatation), um die Hautareale mit warmem, sauerstoffreichem Blut zu versorgen.

Diese intensive Gefäßreaktion wird mit mehreren Effekten in Verbindung gebracht, die bei entzündlichen Prozessen wie einem Gichtanfall von Interesse sein können:

  • Entzündungshemmung: Man geht davon aus, dass die systemische Kälteeinwirkung die Ausschüttung von entzündungsfördernden Botenstoffen (proinflammatorische Zytokine) dämpfen und gleichzeitig die Produktion von entzündungshemmenden Botenstoffen (antiinflammatorische Zytokine) anregen kann. Die Kryotherapie könnte somit helfen, die überschießende Immunantwort, die den Gichtschmerz verursacht, zu modulieren.
  • Schmerzlinderung: Extreme Kälte kann die Leitungsgeschwindigkeit von schmerzleitenden Nervenfasern herabsetzen. Dieser analgetische Effekt ist von lokalen Kälteanwendungen wie Eispacks gut bekannt. Die Ganzkörperkältetherapie zielt darauf ab, einen ähnlichen, jedoch den ganzen Körper betreffenden Impuls zu setzen. Viele unserer Gäste berichten von einer spürbaren Schmerzreduktion nach einer Serie von Anwendungen.
  • Reduktion von oxidativem Stress: Entzündungsprozesse gehen immer mit der Bildung von freien Radikalen und oxidativem Stress einher, was das Gewebe zusätzlich schädigt. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass regelmäßige Kälteanwendungen die körpereigenen antioxidativen Schutzsysteme stärken könnten [8].

Die Ganzkörperkältetherapie greift also auf einer fundamentalen physiologischen Ebene in das Geschehen ein. Sie zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Regenerationsprozesse des Körpers zu unterstützen, während die ärztliche Therapie die Ursache, den hohen Harnsäurespiegel, bekämpft.

Was die Forschung zur Kältetherapie zeigt

Die wissenschaftliche Untersuchung der Ganzkörperkältetherapie ist ein dynamisches Feld. Es ist wichtig, die existierenden Daten realistisch einzuordnen. Direkte, große und placebokontrollierte Studien zur Wirksamkeit der Ganzkörperkältetherapie speziell bei Gichtpatienten sind derzeit noch rar. Die wissenschaftliche Argumentation für einen möglichen unterstützenden Einsatz leitet sich daher vor allem aus zwei Bereichen ab: aus der Forschung zu anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und aus Untersuchungen zu den grundlegenden physiologischen Wirkmechanismen von extremer Kälte.

Eine systematische Übersichtsarbeit hat die Datenlage zur Kryotherapie bei verschiedenen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen zusammengefasst [2]. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Kälteanwendungen, einschließlich der Ganzkörperkältetherapie, das Potenzial haben, Schmerzen zu lindern. Die zugrundeliegenden Mechanismen sind vielfältig und umfassen unter anderem die bereits erwähnte Verlangsamung der Nervenleitgeschwindigkeit und Effekte auf die Entzündungsbotenstoffe. Obwohl Gicht nicht der primäre Fokus dieser Übersicht war, gehört sie zur Gruppe der Kristallarthropathien und teilt die massive Entzündungsreaktion mit anderen rheumatischen Leiden, was eine Übertragung der Hypothesen plausibel erscheinen lässt.

Andere Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die systemischen Effekte der Kälte. Studien mit Sportlern und gesunden Probanden konnten zeigen, dass Serien von Kälteanwendungen die Balance zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Zytokinen beeinflussen können [6]. So wurde beispielsweise ein Abfall von proinflammatorischen Markern wie Interleukin-1β beobachtet, einem Zytokin, das auch bei der Entstehung des Gichtanfalls eine Schlüsselrolle spielt. Gleichzeitig konnte ein Anstieg von antiinflammatorischen Zytokinen wie Interleukin-10 festgestellt werden. Diese Verschiebungen deuten auf eine systemisch entzündungsmodulierende Wirkung der Ganzkörperkältetherapie hin.

Weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass wiederholte Kältereize die antioxidative Kapazität des Körpers verbessern können. Eine Studie an gesunden Männern zeigte, dass nach einer Serie von zehn Ganzkörperkälteanwendungen die Aktivität von antioxidativen Enzymen anstieg und die Konzentration von Markern für oxidativen Stress sank [8]. Da Entzündungen und oxidativer Stress eng miteinander verknüpft sind, könnte dies ein weiterer Mechanismus sein, über den die Kältetherapie unterstützend wirken kann. Die unmittelbare Reaktion der Haut, eine massive Abkühlung gefolgt von einer reaktiven Erwärmung, wurde mittels Thermografie gut dokumentiert [3].

Es ist jedoch essenziell, die Grenzen der aktuellen Forschung zu benennen. Viele Studien wurden mit kleinen Teilnehmerzahlen oder über kurze Zeiträume durchgeführt. Die genauen optimalen Protokolle, also Frequenz und Anzahl der Anwendungen für spezifische Beschwerdebilder, sind noch Gegenstand der Forschung. Da es schwer ist, eine Placebo-Anwendung für extreme Kälte zu schaffen, sind verblindete Studien eine Herausforderung. Die Ergebnisse aus Studien mit gesunden Sportlern oder Patienten mit anderen Erkrankungen lassen sich nicht automatisch eins zu eins auf Gicht übertragen. Die bisherigen Daten sind jedoch vielversprechend und liefern eine solide physiologische Grundlage für den Einsatz der Ganzkörperkältetherapie als komplementäre Maßnahme zur Unterstützung des Wohlbefindens und zur Beeinflussung von Entzündungsprozessen.

Ablauf und Sicherheit der Ganzkörperkältetherapie

Eine Anwendung in unserer Kryotherapie in Memmingen ist unkompliziert und dauert nur wenige Minuten. Vor deiner ersten Sitzung führen wir ein ausführliches Aufklärungsgespräch und prüfen gemeinsam mit dir, ob gesundheitliche Gründe gegen eine Anwendung sprechen. Für die eigentliche Kryotherapie betrittst du in Badekleidung sowie mit Handschuhen, Socken, Schuhen und einem Mund-Nasen-Schutz ausgestattet unsere elektrische Kryotherapie. Die Temperatur liegt bei minus 110 Grad Celsius, aber da die Luft extrem trocken ist, wird die Kälte als intensiv und erfrischend, aber nicht als schmerzhaft empfunden.

Während der rund drei Minuten in der Kammer bleibst du in leichter Bewegung. Unser geschultes Personal begleitet dich die ganze Zeit über und steht mit dir in Sicht- und Sprechkontakt. Nach der Anwendung spürst du oft ein angenehmes Kribbeln am ganzen Körper, wenn das Blut zurück in die peripheren Gewebe strömt. Viele berichten von einem Gefühl der Erfrischung und Vitalisierung.

Sicherheit hat bei uns oberste Priorität. Es gibt klare Kontraindikationen, bei denen eine Ganzkörperkältetherapie nicht durchgeführt werden darf. Dazu gehören unter anderem:

  • Schwere, unbehandelte Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Unbehandelter Bluthochdruck
  • Herzinfarkt oder Schlaganfall in der jüngeren Vergangenheit
  • Thrombosen
  • Kälteallergie (Kälteurtikaria)
  • Raynaud-Syndrom
  • Akute fieberhafte Infekte
  • Offene Wunden

Speziell im Kontext der Gicht ist Vorsicht geboten, wenn du dich gerade in der absoluten Hochphase eines akuten Anfalls befindest. Ein extrem entzündetes, geschwollenes Gelenk könnte auf den intensiven Kältereiz empfindlich reagieren. Hier ist eine ärztliche Abklärung oder ein Abwarten, bis die allererste Spitze der Entzündung abgeklungen ist, ratsam.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich die Kältetherapie bei Gicht anwenden?

Die optimale Frequenz ist individuell und hängt davon ab, ob du dich in einer akuten Phase, zwischen zwei Anfällen oder in der chronischen Phase befindest. Viele unserer Gäste beginnen mit einer Initialserie von zehn bis zwanzig Anwendungen in einem kurzen Zeitraum, um einen deutlichen physiologischen Impuls zu setzen. Anschließend können regelmäßige Erhaltungsanwendungen, zum Beispiel ein- bis zweimal pro Woche, helfen, das Wohlbefinden aufrechtzuerhalten.

Kann ich während eines akuten Gichtanfalls in die Kryotherapie?

Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Bei einem extrem schmerzhaften, hochakuten Anfall kann der systemische Kältereiz als zu intensiv empfunden werden. Es kann sinnvoller sein, die ersten ein bis zwei Tage des Anfalls abzuwarten und die Anwendung zu beginnen, wenn die allerstärkste Entzündungsspitze bereits durch ärztliche Maßnahmen abklingt. Die Entscheidung sollte immer individuell und idealerweise nach Rücksprache mit deinem Arzt getroffen werden.

Ersetzt die Kältetherapie meine Gicht-Medikamente?

Nein, auf keinen Fall. Die Ganzkörperkältetherapie ist eine rein unterstützende, komplementäre Anwendung und zählt zum Bereich der Regeneration und des Wohlbefindens. Die von deinem Arzt verordnete medikamentöse Therapie zur Senkung des Harnsäurespiegels ist die Grundlage der Behandlung und darf keinesfalls eigenmächtig abgesetzt oder verändert werden.

Was spüre ich direkt nach der Ganzkörperkältetherapie?

Unmittelbar nach den drei Minuten in der Kälte fühlt sich die Haut kühl an. Schnell setzt eine reaktive Durchblutung ein, die ein warmes, oft kribbelndes Gefühl am ganzen Körper verursacht. Viele Anwender fühlen sich erfrischt, klar im Kopf und energetisiert. Eine mögliche schmerzlindernde und entzündungsmodulierende Wirkung baut sich oft über eine Serie von Anwendungen auf.

Hilft die Kältetherapie auch bei der Vorbeugung von Gichtanfällen?

Die Kältetherapie zielt darauf ab, das entzündliche Milieu im Körper positiv zu beeinflussen und die Regulation des Immunsystems zu unterstützen. Indem Entzündungsprozesse auf einer grundlegenden Ebene moduliert werden, könnte die Kryotherapie im Rahmen eines gesunden Lebensstils dazu beitragen, die Schwelle für das Auslösen eines neuen Anfalls zu erhöhen. Sie ist ein Baustein im Gesamtkonzept, das hier im Unterallgäu viele Menschen für ihre Gesundheitsprävention nutzen.

Was ist der Unterschied zur Anwendung eines Eispacks auf dem Gelenk?

Ein Eispack wirkt lokal. Es kühlt das betroffene Gelenk, reduziert dort die Schwellung und dämpft den lokalen Schmerz. Die Ganzkörperkältetherapie setzt einen kurzen, aber sehr intensiven Reiz auf die gesamte Hautoberfläche. Dies löst eine systemische, also den ganzen Körper betreffende, neuro-endokrine und antiinflammatorische Antwort aus. Beide Methoden können sich sinnvoll ergänzen.

Kältetherapie in Memmingen

Die Ganzkörperkältetherapie bei Kryotherapie (Cryo) Memmingen ist eine kurze, trockene Kälteanwendung bei bis zu –110 °C. Eine Sitzung dauert rund drei Minuten. Wer Kältetherapie bei Gicht begleitend nutzen möchte, klärt die Eignung vorab ärztlich ab. Unsere Anwendung ersetzt keine Behandlung, sie kann sie im Alltag ergänzen.

Wie eine Sitzung genau abläuft, was Du mitbringst und worauf Du direkt danach achtest, steht im Ablauf der Kältetherapie. Welche Effekte in Studien und Erfahrungsberichten diskutiert werden, findest Du unter mögliche Wirkungen der Kältetherapie. Gegenanzeigen sammeln wir in den wichtigen Hinweisen.

Regelmäßige Kältetherapie ist planbar: Einzelsitzung, Karten oder Flatrate stehen in den Preisen. Fragen zur Ganzkörperkältetherapie beantworten wir gern persönlich.

Studien und Quellen

Diese peer-reviewten Publikationen bilden die Grundlage der im Text beschriebenen Studienlage. Sie zeigen mögliche Effekte, keine gesicherte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.

  1. [1] Physical activity and whole body cryotherapy in patients with axial spondyloarthritis and fibromyalgia syndrome

    Klemm P, Hudowenz O, Asendorf T, Muller-Ladner U, Lange U (2021), Rheumatology International. Klinische Untersuchung bei axialer Spondyloarthritis und Fibromyalgie-Syndrom.

  2. [2] Cryotherapy in inflammatory rheumatic diseases: a systematic review

    Guillot X, Tordi N, Mourot L, Demougeot C, Dugue B, Prati C, Wendling D (2014), Expert Review of Clinical Immunology. Systematische Übersicht zu Kälteanwendungen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

  3. [3] Thermography study of skin response due to whole-body cryotherapy

    Cholewka A, Stanek A, Sieron A, Drzazga Z (2012), Skin Research and Technology. Thermografische Beobachtung der Hautreaktion auf Ganzkörperkälte.

  4. [4] Whole- and partial-body cryostimulation/cryotherapy: Current technologies and practical applications

    Bouzigon R, Grappe F, Ravier G, Dugue B (2016), Journal of Thermal Biology. Übersicht zu Technik, Protokollen und Anwendungsfeldern der Ganzkörperkälte.

  5. [5] Whole-body cryotherapy: empirical evidence and theoretical perspectives

    Bleakley CM, Bieuzen F, Davison GW, Costello JT (2014), Open Access Journal of Sports Medicine. Kritische Einordnung der Datenlage und der physiologischen Erklärungsmodelle.

  6. [6] Whole-Body Cryotherapy in Athletes: From Therapy to Stimulation. An Updated Review of the Literature

    Lombardi G, Ziemann E, Banfi G (2017), Frontiers in Physiology. Review zu Effekten auf Entzündungs-, Muskel- und Stoffwechselmarker bei Sportlern.

  7. [7] Whole-body cryotherapy in athletes

    Banfi G, Lombardi G, Colombini A, Melegati G (2010), Sports Medicine. Frühe Übersichtsarbeit zu Anwendung und Sicherheitsaspekten im Sport.

  8. [8] Whole-body cryostimulation as an effective method of reducing oxidative stress in healthy men

    Stanek A, Cholewka A, Wielkoszynski T, Romuk E, Sieron K, Sieron A (2016), Advances in Clinical and Experimental Medicine. Untersuchung von Markern des oxidativen Stresses nach Kälteserien.