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Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag – medizinische Fußpflege / Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie / Kältetherapie
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Es ist drei Uhr nachts. Alles ist still. Du liegst im Bett und sehnst dich nach Schlaf, doch deine Füße und Unterschenkel scheinen zu brennen. Es ist kein Gefühl von Hitze, das man mit einer kühlen Decke lindern könnte. Es ist ein tiefsitzender, quälender Schmerz, der von innen kommt, begleitet von einem unaufhörlichen Kribbeln, als würden tausende winzige Nadeln deine Haut piesacken. Du schaust auf deine Beine. Sie sehen völlig normal aus. Keine Rötung, keine Schwellung. Und doch sendet dein Körper Alarmsignale, die dich um den Verstand und den so dringend benötigten Schlaf bringen. Dieses Szenario ist für Menschen mit Nervenschmerzen, auch neuropathische Schmerzen genannt, leidvoller Alltag. Es ist ein unsichtbares Leiden, das die Lebensqualität massiv beeinträchtigen kann. Neben etablierten medizinischen Wegen suchen Betroffene oft nach ergänzenden Maßnahmen, um ihre Situation zu verbessern. Eine dieser Optionen kann die Ganzkörperkältetherapie sein.
Das unsichtbare Leiden: Wenn Nerven schmerzen
Schmerz ist normalerweise ein lebenswichtiges Warnsignal. Fasst Du auf eine heiße Herdplatte, sorgt der Schmerzreiz dafür, dass Du deine Hand sofort zurückziehst und eine Verbrennung vermeidest. Dieser "normale" Schmerz, nozizeptiver Schmerz genannt, hat eine klare Ursache und eine Schutzfunktion. Bei Nervenschmerzen ist das anders. Hier ist das schmerzleitende oder schmerzverarbeitende Nervensystem selbst die Quelle des Problems. Geschädigte oder fehlfunktionierende Nervenfasern senden aus eigenem Antrieb Schmerzsignale an das Gehirn, ohne dass ein äußerer schädlicher Reiz vorliegt.
Man kann es sich wie einen defekten Feuermelder vorstellen, der pausenlos schrillt, obwohl es nirgendwo brennt. Die Schmerzqualität ist dabei oft sehr charakteristisch und unterscheidet sich von anderen Schmerzarten. Betroffene beschreiben sie häufig als:
- Brennend, glühend
- Stechend, wie Messerstiche oder Stromstöße
- Kribbelnd, wie Ameisenlaufen
- Taubheitsgefühle, die paradoxerweise schmerzhaft sind (Anästhesia dolorosa)
- Eine extreme Berührungsempfindlichkeit, bei der schon die leichte Decke auf der Haut als schmerzhaft empfunden wird (Allodynie)
Diese Schmerzen können konstant vorhanden sein, in Wellen auftreten oder durch bestimmte Bewegungen und Berührungen ausgelöst werden. Weil die Ursache nicht sichtbar ist, fühlen sich viele Betroffene unverstanden und allein gelassen.
Vielfältige Ursachen: Woher die Schmerzsignale kommen
Nervenschmerzen sind keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das auf eine zugrunde liegende Schädigung des peripheren oder zentralen Nervensystems hinweist. Die Auslöser sind außerordentlich vielfältig und ihre genaue Identifizierung ist der erste und wichtigste Schritt für ein zielgerichtetes Vorgehen. Eine gründliche ärztliche Diagnostik ist hierfür unerlässlich.
Zu den häufigsten Ursachen gehören:
- Stoffwechselerkrankungen: Die diabetische Polyneuropathie ist eine der bekanntesten Formen. Ein langanhaltend erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die kleinen Nervenfasern, meist beginnend in den Füßen und Händen.
- Infektionen: Nach einer Gürtelrose (Herpes Zoster) kann eine Post-Zoster-Neuralgie zurückbleiben. Die Viren haben die Nervenbahnen direkt geschädigt und verursachen oft Monate oder Jahre später noch brennende Schmerzen im betroffenen Hautareal.
- Mechanische Nervenschädigung: Ein Bandscheibenvorfall, der auf eine Nervenwurzel drückt (Ischialgie), oder das Karpaltunnelsyndrom, bei dem ein Nerv im Handgelenk eingeklemmt ist, sind typische Beispiele. Auch nach Operationen oder Verletzungen können durchtrennte oder gequetschte Nerven chronische Schmerzen verursachen.
- Toxische Einflüsse: Bestimmte Medikamente, allen voran einige Chemotherapeutika, können als Nebenwirkung Nerven schädigen. Auch übermäßiger Alkoholkonsum ist eine häufige Ursache für eine Polyneuropathie.
- Autoimmunerkrankungen und neurologische Krankheiten: Bei der Multiplen Sklerose (MS) greift das Immunsystem die Schutzhüllen der Nerven im zentralen Nervensystem an, was zu einer breiten Palette von Symptomen, inklusive Nervenschmerzen, führen kann.
Diese Liste ist nicht vollständig und verdeutlicht, wie komplex das Beschwerdebild ist. Es ist entscheidend, dass Du bei entsprechenden Symptomen nicht zögerst, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Nur so kann die Ursache gefunden und eine adäquate Therapie eingeleitet werden.
Der Weg zur Diagnose: Was Ärztinnen und Ärzte tun
Die Diagnose von Nervenschmerzen ist eine detektivische Arbeit, die viel Erfahrung erfordert. Am Anfang steht immer ein ausführliches Gespräch, die Anamnese. Dein Arzt oder deine Ärztin wird Dich sehr genau nach der Art der Schmerzen, ihrer Lokalisation, Dauer und möglichen Auslösern fragen. Die exakte Beschreibung Deiner Empfindungen liefert bereits entscheidende Hinweise.
Darauf folgt eine gründliche körperliche und neurologische Untersuchung. Mit verschiedenen einfachen Tests wird die Funktion Deiner Nerven überprüft:
- Sensibilitätsprüfung: Mit einem Wattebausch, einem spitzen Gegenstand oder einem kalten/warmen Objekt wird getestet, wie gut Du Berührung, Schmerz und Temperatur wahrnehmen kannst.
- Reflexprüfung: Das bekannte Klopfen mit dem Reflexhammer gibt Aufschluss über die Funktion der Nervenbahnen zwischen Muskel und Rückenmark.
- Vibrationsprüfung: Eine Stimmgabel, die auf Knochenvorsprünge an Füßen oder Händen aufgesetzt wird, testet das Vibrationsempfinden, das bei Nervenschädigungen oft früh gestört ist.
Besteht weiterhin Unklarheit, können bildgebende Verfahren wie MRT oder CT helfen, mechanische Ursachen wie einen Bandscheibenvorfall sichtbar zu machen. Eine besonders wichtige Untersuchungsmethode ist die Elektroneurografie (ENG). Hierbei wird die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen. Kleine elektrische Impulse werden an einer Stelle des Nervs gesetzt und an einer anderen Stelle gemessen, wie schnell das Signal ankommt. Eine Verlangsamung deutet auf eine Schädigung hin.
Etablierte Behandlungswege: Die Säulen der Schmerztherapie
Die Behandlung von Nervenschmerzen ist oft eine Herausforderung und erfordert ein multimodales Konzept, das verschiedene Ansätze kombiniert. Herkömmliche Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol sind bei neuropathischen Schmerzen meist wirkungslos, da sie nicht am Entstehungsort des Schmerzes ansetzen.
Stattdessen stützt sich die etablierte Medizin auf folgende Säulen:
1. Medikamentöse Therapie: Hier kommen spezielle Medikamentengruppen zum Einsatz. Bestimmte Antidepressiva und Antikonvulsiva (Medikamente gegen Epilepsie) haben sich als wirksam erwiesen, weil sie in die Signalverarbeitung im Nervensystem eingreifen und die übererregten Nervenzellen beruhigen können. In schweren Fällen können auch stark wirksame Opioide verschrieben werden. 2. Physiotherapie und Ergotherapie: Gezielte Übungen können die Beweglichkeit erhalten, Muskeln kräftigen und helfen, mit den körperlichen Einschränkungen im Alltag besser zurechtzukommen. 3. Psychologische Unterstützung: Chronische Schmerzen sind eine enorme seelische Belastung. Eine Schmerzpsychotherapie kann helfen, den Umgang mit dem Schmerz zu erlernen, schmerzverstärkende Denkmuster zu durchbrechen und die Lebensqualität trotz der Beschwerden zu verbessern. 4. Interventionelle Verfahren: Methoden wie die Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS), bei der schwache elektrische Impulse über Elektroden auf der Haut die Schmerzweiterleitung beeinflussen, können eine Linderung bringen.
Wichtig ist: Die Therapie muss individuell auf Dich und die Ursache Deiner Schmerzen zugeschnitten sein. Ein offener Dialog mit Deinem Behandlungsteam ist dabei der Schlüssel zum Erfolg.
Kältetherapie als ergänzender Baustein: Ein physiologischer Blick
Innerhalb eines solchen umfassenden Behandlungsplans kann die Ganzkörperkältetherapie eine sinnvolle, unterstützende Maßnahme sein. Es handelt sich hierbei ausdrücklich nicht um eine Heilmethode oder einen Ersatz für die ärztliche Therapie, sondern um eine regenerative Anwendung, die auf physiologischer Ebene ansetzen und das Wohlbefinden fördern kann. Der Ansatz der Kryotherapie (Cryo) ist es, den Körper für wenige Minuten einem extremen Kältereiz von bis zu -110 °C in einer trockenen Atmosphäre auszusetzen. Dies löst eine Reihe von Reaktionen im Organismus aus, die für Menschen mit Nervenschmerzen von Interesse sein könnten.
Der zentrale Gedanke ist die Beeinflussung der Nervenleitgeschwindigkeit. Kälte verlangsamt physiologische Prozesse, auch die Übertragung von Signalen in Nervenfasern. Theoretisch könnte die intensive Abkühlung der Hautoberfläche und der darunterliegenden Strukturen dazu beitragen, die Intensität der vom geschädigten Nerv ausgehenden "falschen" Schmerzsignale temporär zu dämpfen. Die Nerven werden durch die Kälte quasi träger und leiten die permanenten Reize möglicherweise weniger effizient an das Gehirn weiter. Viele unserer Gäste hier in Memmingen berichten von einer vorübergehenden Erleichterung und einem Gefühl der "Beruhigung" in den betroffenen Arealen nach einer Anwendung.
Ein weiterer Aspekt ist die mögliche entzündungshemmende Wirkung. Auch wenn die primäre Ursache von Nervenschmerzen nicht immer eine Entzündung ist, können an den geschädigten Nerven und im umliegenden Gewebe sekundäre entzündliche Prozesse ablaufen, die den Schmerz unterhalten und verstärken. Die extreme Kälte der Ganzkörperkältetherapie kann die Ausschüttung bestimmter entzündungsfördernder Botenstoffe beeinflussen [3, 8]. Dieser Effekt wird in der Forschung intensiv untersucht, vor allem im Kontext von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und der Regeneration im Sport. Eine Reduktion unterschwelliger Entzündungsaktivität könnte das Schmerzgeschehen positiv beeinflussen.
Zuletzt spielt die systemische Reaktion des Körpers eine Rolle. Der massive Kältereiz kann die Ausschüttung von Endorphinen anregen. Diese körpereigenen Botenstoffe wirken nicht nur stimmungsaufhellend, sondern haben auch eine schmerzlindernde (analgetische) Eigenschaft. Dieser Effekt kann zu einem verbesserten allgemeinen Wohlbefinden beitragen und die Schmerzwahrnehmung positiv überlagern.
Was die Forschung zur Kältetherapie zeigt
Die wissenschaftliche Datenlage zur Ganzkörperkältetherapie ist in vielen Bereichen noch im Aufbau, besonders was spezifische Krankheitsbilder wie Nervenschmerzen betrifft. Es ist wichtig, die vorhandenen Studien realistisch einzuordnen und zu verstehen, was sie aussagen und was nicht. Die Forschung liefert vor allem Hinweise auf physiologische Wirkmechanismen, die eine Anwendung bei bestimmten Beschwerdebildern plausibel erscheinen lassen.
Großangelegte, randomisierte und kontrollierte Studien, die die Wirkung von Ganzkörperkälte explizit bei diabetischer Polyneuropathie oder Post-Zoster-Neuralgie untersuchen, fehlen bislang. Die Forschung konzentriert sich oft auf andere Bereiche, aus denen sich jedoch vorsichtige Querverbindungen ziehen lassen. So gibt es beispielsweise systematische Übersichtsarbeiten zu Kälteanwendungen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen [2]. Diese deuten darauf hin, dass Kälte schmerzlindernde und entzündungshemmende Effekte haben kann, was die theoretische Grundlage für einen Einsatz bei schmerzhaften Zuständen stärkt.
Eine Untersuchung befasste sich mit Patientinnen und Patienten mit Fibromyalgie, einem komplexen Schmerzsyndrom, das durch eine veränderte Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem gekennzeichnet ist und damit gewisse Parallelen zu neuropathischen Schmerzzuständen aufweist. In dieser Studie wurde beobachtet, dass eine Serie von Kälteanwendungen in Kombination mit Bewegungstherapie zu einer Verbesserung der wahrgenommenen Schmerzintensität und Lebensqualität führen konnte [1]. Solche Ergebnisse sind interessant, aber aufgrund der kleinen Teilnehmerzahl und des spezifischen Krankheitsbildes nicht direkt auf alle Formen von Nervenschmerzen übertragbar.
Andere Studien an gesunden Probanden oder Sportlern haben die physiologischen Reaktionen auf die Kälte genauer analysiert. Dabei wurden Veränderungen bei Entzündungsmarkern wie Interleukin-6 (IL-6) und im oxidativen Stresshaushalt des Körpers nach Serien von Kälteanwendungen gemessen [3, 8]. Diese Ergebnisse liefern Puzzleteile für das Verständnis, wie Kryotherapie auf zellulärer Ebene wirken könnte. Sie beweisen jedoch nicht die Wirksamkeit bei einer konkreten Erkrankung.
Die Grenzen der aktuellen Forschung müssen klar benannt werden. Viele Studien haben nur kleine Stichprobengrößen, kurze Beobachtungszeiträume oder es fehlt eine Kontrollgruppe, die eine Scheinbehandlung erhält [7]. Zudem können die Reaktion des Körpers und insbesondere die Abkühlung der Haut je nach Körperbau, Geschlecht und Fettverteilung individuell sehr unterschiedlich ausfallen, was standardisierte Aussagen erschwert [4, 5]. Die Forschung steckt also noch in den Anfängen. Sie liefert plausible Erklärungsmodelle und ermutigende Einzelbeobachtungen, aber keine endgültigen Beweise. Die Anwendung der Ganzkörperkältetherapie bei Nervenschmerzen stützt sich daher primär auf diese physiologischen Hypothesen und die positiven Erfahrungsberichte vieler Anwender.
Die Anwendung der Ganzkörperkältetherapie: Was Dich erwartet
Wenn Du Dich für eine Kälteanwendung zur Unterstützung Deiner Regeneration entscheidest, ist es gut zu wissen, was Dich hier bei uns im Kryostudio in Memmingen erwartet. Die Sicherheit und Dein Wohlbefinden stehen bei uns an erster Stelle. Vor der ersten Anwendung führen wir ein ausführliches Aufklärungsgespräch.
Die eigentliche Anwendung dauert nur rund drei Minuten. Du betrittst die Kryotherapie in Badekleidung oder Unterwäsche, geschützt durch Handschuhe, Socken, feste Schuhe, ein Stirnband und einen Mund-Nasen-Schutz. Die trockene Kälte von -110 °C fühlt sich intensiv, aber anders als feuchte Kälte an. Es ist ein prickelndes, klares Gefühl auf der Haut. Während der gesamten Zeit stehst Du unter ständiger Beobachtung und kannst die Kammer jederzeit verlassen.
Nach den wenigen Minuten in der Kälte trittst Du wieder in den normal temperierten Raum. Viele beschreiben das Gefühl danach als erfrischend und belebend. Die Haut ist gerötet, weil die Gefäße sich wieder weiten und die Durchblutung stark angeregt wird. Dieses Gefühl der Erwärmung und des leichten Kribbelns kann als sehr angenehm empfunden werden. Eine solche regenerative Anwendung ist eine Option, die auch Menschen im gesamten Unterallgäu und darüber hinaus zur Verfügung steht, um ihr Wohlbefinden aktiv zu fördern.
Wichtige Hinweise und Kontraindikationen
Die Ganzkörperkältetherapie ist eine intensive Anwendung und nicht für jeden geeignet. Eine ärztliche Rücksprache vor der ersten Nutzung ist, insbesondere bei vorliegenden Grunderkrankungen wie Nervenschmerzen, absolut notwendig. Dein Arzt oder deine Ärztin kann am besten beurteilen, ob diese ergänzende Maßnahme für Dich infrage kommt.
Es gibt klare Kontraindikationen, bei denen eine Anwendung nicht durchgeführt werden darf. Dazu zählen unter anderem:
- Akute oder kürzlich zurückliegende Herz- und Kreislauferkrankungen (z.B. Herzinfarkt, instabile Angina Pectoris)
- Unbehandelter Bluthochdruck
- Schwere periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
- Raynaud-Syndrom
- Akute fieberhafte Erkrankungen
- Kälteallergie
- Schwangerschaft
Unsere Anwendung versteht sich als eine Maßnahme im Bereich Wellness und Regeneration. Sie stellt keine medizinische Behandlung dar, ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Therapie und soll diese lediglich auf Wunsch und nach ärztlicher Freigabe ergänzen.
Häufige Fragen
Wie schnell wirkt eine Kältetherapie bei Nervenschmerzen?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, da die Reaktionen sehr individuell sind. Die Ganzkörperkältetherapie ist eine unterstützende Maßnahme, kein Heilmittel. Einige Gäste berichten von einer unmittelbaren, temporären Linderung ihrer Missempfindungen, bei anderen stellt sich ein verbessertes Allgemeinbefinden erst nach mehreren Anwendungen ein.
Ist die extreme Kälte nicht schädlich für die Nerven?
Die Anwendungsdauer von nur wenigen Minuten ist bewusst so kurz gewählt, dass die Kälte primär die Hautoberfläche und oberflächennahe Strukturen betrifft, ohne das tieferliegende Gewebe oder große Nervenbahnen zu schädigen. Die trockene Kälte verhindert Erfrierungen bei korrekter Anwendung. Dennoch ist die vorherige ärztliche Abklärung entscheidend, um individuelle Risiken auszuschließen.
Wie oft sollte ich die Ganzkörperkältetherapie nutzen?
Auch hier ist die Antwort individuell und sollte sich nach Deinem Körpergefühl und Wohlbefinden richten. Viele Anwender beginnen mit einer Serie von mehreren Anwendungen in kürzeren Abständen, um eine initiale Reaktion des Körpers zu erzielen, und gehen dann zu größeren Abständen über, um den Zustand zu erhalten. Wir beraten Dich gerne zu möglichen Anwendungsschemata.
Ersetzt die Kältetherapie meine Medikamente oder ärztliche Behandlung?
Auf keinen Fall. Die Ganzkörperkältetherapie ist eine rein komplementäre, also ergänzende Anwendung. Du solltest niemals ohne Rücksprache mit Deiner behandelnden Ärztin oder Deinem Arzt eine verordnete Therapie verändern oder absetzen.
Gibt es Nebenwirkungen bei der Kältetherapie?
Bei korrekter Anwendung und Beachtung der Kontraindikationen sind ernsthafte Nebenwirkungen sehr selten. Typische und harmlose Reaktionen sind eine vorübergehende Rötung der Haut und ein kurzfristiger Anstieg des Blutdrucks während der Anwendung. Solltest Du Dich unwohl fühlen, kannst Du die Kammer jederzeit sofort verlassen.
Warum ist eine ärztliche Abklärung so wichtig?
Die Abklärung durch einen Arzt dient Deiner Sicherheit. Nur ein Mediziner kann beurteilen, ob bei Dir unerkannte Risikofaktoren vorliegen, die gegen eine Kälteanwendung sprechen. Zudem kann er einschätzen, ob die Kryotherapie in Dein bestehendes, multimodales Schmerzkonzept passt und es sinnvoll ergänzen kann.
Kältetherapie in Memmingen
Die Ganzkörperkältetherapie bei Kryotherapie (Cryo) Memmingen ist eine kurze, trockene Kälteanwendung bei bis zu –110 °C. Eine Sitzung dauert rund drei Minuten. Wer Kältetherapie bei Nervenschmerzen begleitend nutzen möchte, klärt die Eignung vorab ärztlich ab. Unsere Anwendung ersetzt keine Behandlung, sie kann sie im Alltag ergänzen.
Wie eine Sitzung genau abläuft, was Du mitbringst und worauf Du direkt danach achtest, steht im Ablauf der Kältetherapie. Welche Effekte in Studien und Erfahrungsberichten diskutiert werden, findest Du unter mögliche Wirkungen der Kältetherapie. Gegenanzeigen sammeln wir in den wichtigen Hinweisen.
Regelmäßige Kältetherapie ist planbar: Einzelsitzung, Karten oder Flatrate stehen in den Preisen. Fragen zur Ganzkörperkältetherapie beantworten wir gern persönlich.
Studien und Quellen
Diese peer-reviewten Publikationen bilden die Grundlage der im Text beschriebenen Studienlage. Sie zeigen mögliche Effekte, keine gesicherte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.
- [1] Physical activity and whole body cryotherapy in patients with axial spondyloarthritis and fibromyalgia syndrome
Klemm P, Hudowenz O, Asendorf T, Muller-Ladner U, Lange U (2021), Rheumatology International. Klinische Untersuchung bei axialer Spondyloarthritis und Fibromyalgie-Syndrom.
- [2] Cryotherapy in inflammatory rheumatic diseases: a systematic review
Guillot X, Tordi N, Mourot L, Demougeot C, Dugue B, Prati C, Wendling D (2014), Expert Review of Clinical Immunology. Systematische Übersicht zu Kälteanwendungen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.
- [3] Do sessions of cryostimulation have influence on white blood cell count, level of IL6 and total oxidative and antioxidative status in healthy men?
Lubkowska A, Szygula Z, Klimek AJ, Torii M (2010), European Journal of Applied Physiology. Messung von Leukozyten, Interleukin-6 und antioxidativem Status bei gesunden Männern.
- [4] Anthropometric characteristics and sex influence magnitude of skin cooling following exposure to whole body cryotherapy
Hammond LE, Cuttell S, Nunley P, Meyler J (2014), BioMed Research International. Hautkühlung in Abhängigkeit von Körperbau und Geschlecht.
- [5] Thermography study of skin response due to whole-body cryotherapy
Cholewka A, Stanek A, Sieron A, Drzazga Z (2012), Skin Research and Technology. Thermografische Beobachtung der Hautreaktion auf Ganzkörperkälte.
- [6] Whole- and partial-body cryostimulation/cryotherapy: Current technologies and practical applications
Bouzigon R, Grappe F, Ravier G, Dugue B (2016), Journal of Thermal Biology. Übersicht zu Technik, Protokollen und Anwendungsfeldern der Ganzkörperkälte.
- [7] Whole-body cryotherapy: empirical evidence and theoretical perspectives
Bleakley CM, Bieuzen F, Davison GW, Costello JT (2014), Open Access Journal of Sports Medicine. Kritische Einordnung der Datenlage und der physiologischen Erklärungsmodelle.
- [8] Whole-Body Cryotherapy in Athletes: From Therapy to Stimulation. An Updated Review of the Literature
Lombardi G, Ziemann E, Banfi G (2017), Frontiers in Physiology. Review zu Effekten auf Entzündungs-, Muskel- und Stoffwechselmarker bei Sportlern.