Gesundheit & Immunsystem

Polyneuropathie: Unterstützung durch Kryotherapie (Cryo)?

Ein Gefühl wie auf Watte gehen. Erfahre, was Polyneuropathie ist und wie Kälteanwendungen auf physiologischer Ebene unterstützend wirken können.

KI-generiertPolyneuropathie: Unterstützung durch Kryotherapie (Cryo)? – KI-generiertes Symbolbild
Polyneuropathie: Unterstützung durch Kryotherapie (Cryo)?. Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Person oder Behandlungssituation und ist kein dokumentarisches Foto. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO/AI Act).

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Helga Maria Freitag, Gründerin und Podologin in Memmingen

Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag medizinische Fußpflege / Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie / Kältetherapie

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Barfuß über die taunasse Wiese laufen. Ein sinnliches Erlebnis, das für viele Menschen mit dem Sommer im Allgäu untrennbar verbunden ist. Doch was, wenn du die Kühle des Grases, die Feuchtigkeit und die einzelnen Halme unter deinen Sohlen kaum noch spürst? Wenn sich stattdessen ein Gefühl von Taubheit ausbreitet, als wären deine Füße in dicke Watte gepackt? Oder wenn ein permanentes Kribbeln, Brennen oder stechende Schmerzen deine ständigen Begleiter sind? Solche Missempfindungen können erste Anzeichen einer Polyneuropathie sein. Sie beschreiben den Versuch deines Körpers, dir mitzuteilen, dass die feinsten Ausläufer deines Nervensystems nicht mehr korrekt arbeiten. In diesem Ratgeber möchten wir dir das komplexe Bild der Polyneuropathie näherbringen und aufzeigen, welche Rolle eine unterstützende Anwendung wie die Ganzkörperkältetherapie in einem umfassenden Betreuungskonzept spielen kann.

Wenn die Nervenenden schweigen: Das Bild der Polyneuropathie

Dein Nervensystem ist ein gigantisches Kommunikationsnetzwerk. Das periphere Nervensystem umfasst alle Nervenbahnen, die vom Gehirn und Rückenmark ausgehen und bis in die entferntesten Winkel deines Körpers reichen, etwa in deine Fingerspitzen und Zehen. Diese Nerven haben vielfältige Aufgaben. Sie leiten Berührungsreize, Temperaturempfindungen und Schmerzsignale zum Gehirn. Sie steuern aber auch deine Muskeln und regulieren unbewusste Körperfunktionen wie die Schweißproduktion oder die Durchblutung.

Bei einer Polyneuropathie sind genau diese peripheren Nerven geschädigt. Das Wort "Poly" bedeutet "viele", was darauf hindeutet, dass in der Regel mehrere Nerven gleichzeitig betroffen sind. Die Schädigung beginnt meist an den längsten Nervenbahnen, weshalb die Symptome typischerweise an den Füßen und Händen anfangen und sich langsam strumpf- oder handschuhförmig nach oben ausbreiten.

Das Beschwerdebild ist außerordentlich vielfältig und individuell sehr unterschiedlich. Viele Betroffene berichten von:

  • Sensibilitätsstörungen: Taubheit, ein pelziges Gefühl oder die Empfindung, auf Watte zu gehen. Das Temperaturempfinden kann gestört sein, sodass heiß und kalt nicht mehr richtig unterschieden werden.
  • Missempfindungen (Parästhesien): Ein unangenehmes Kribbeln wie von Ameisen, das Gefühl elektrischer Entladungen oder ein starkes Brennen, oft ohne äußeren Anlass.
  • Schmerzen: Die Schmerzen können stechend, bohrend oder brennend sein und treten häufig in Ruhe, besonders nachts, verstärkt auf.
  • Motorische Ausfälle: Eine Schwäche in den Fuß- oder Handmuskeln kann zu Problemen beim Gehen, einem unsicheren Gang oder Schwierigkeiten beim Greifen führen.

Diese Symptome beeinträchtigen nicht nur die körperliche Funktionsfähigkeit, sondern können auch zu einer erheblichen seelischen Belastung, zu Schlafstörungen und einer reduzierten Lebensqualität führen.

Die Spurensuche: Ursachen und medizinische Diagnostik

Eine Polyneuropathie ist keine eigenständige Krankheit, sondern das Symptom einer zugrundeliegenden Störung. Die Suche nach der Ursache ist der entscheidende erste Schritt und gehört zwingend in die Hände einer erfahrenen Ärztin oder eines Arztes, meist aus der Neurologie. Nur wenn die Ursache gefunden und behandelt wird, lässt sich das Fortschreiten der Nervenschädigung aufhalten oder verlangsamen.

Zu den häufigsten Auslösern gehören:

  • Diabetes mellitus: Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die kleinen Blutgefäße, die die Nerven versorgen, und die Nervenfasern selbst. Die diabetische Polyneuropathie ist die häufigste Form.
  • Alkoholmissbrauch: Alkohol und seine Abbauprodukte wirken direkt toxisch auf die Nervenzellen.
  • Chemotherapie: Bestimmte Medikamente, die in der Krebstherapie eingesetzt werden, können als Nebenwirkung die peripheren Nerven angreifen.
  • Nährstoffmangel: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen, vor allem B12, B1 und Folsäure, kann die Nervenfunktion beeinträchtigen.
  • Infektionen: Krankheiten wie Borreliose oder Gürtelrose können Nervenschäden hinterlassen.
  • Autoimmunerkrankungen: Bei Erkrankungen wie der chronisch inflammatorischen demyelinisierenden Polyneuropathie (CIDP) greift das eigene Immunsystem die Nerven an.
  • Genetische Veranlagung: Es gibt auch seltene, erbliche Formen der Polyneuropathie.

Für die Diagnostik wird dein Arzt eine ausführliche Anamnese erheben, dich körperlich untersuchen und verschiedene Tests durchführen. Dazu gehören Blutuntersuchungen, um Stoffwechselstörungen oder Vitaminmängel aufzudecken, und die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurografie). Diese Untersuchung zeigt, wie schnell elektrische Impulse durch deine Nerven geleitet werden, und kann das Ausmaß der Schädigung objektivieren. Erst nach einer gesicherten Diagnose kann ein sinnvoller, individueller Behandlungsplan erstellt werden. Anwendungen wie die Ganzkörperkältetherapie, die wir in Memmingen anbieten, sind reine Wellness- und Regenerationsmaßnahmen und ersetzen niemals eine ärztliche Abklärung oder Therapie.

Klassische Wege der Behandlung

Die medizinische Therapie der Polyneuropathie stützt sich auf zwei Hauptsäulen. Die erste und wichtigste ist die Behandlung der Grunderkrankung. Das bedeutet zum Beispiel eine optimale Einstellung des Blutzuckers bei Diabetes, den konsequenten Verzicht auf Alkohol oder die Gabe von Vitaminen bei einem nachgewiesenen Mangel.

Die zweite Säule ist die symptomatische Behandlung, die darauf abzielt, die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Hierzu gehören:

  • Medikamentöse Schmerztherapie: Gegen die oft quälenden Nervenschmerzen werden spezielle Medikamente eingesetzt, darunter Antidepressiva oder Antiepileptika, die die veränderte Schmerzwahrnehmung im Nervensystem modulieren können. Herkömmliche Schmerzmittel sind oft wenig wirksam.
  • Physiotherapie: Gezielte Übungen können helfen, die Muskulatur zu kräftigen, die Koordination zu verbessern und die Gangsicherheit zu erhöhen.
  • Ergotherapie: Hier lernst du Strategien, um alltägliche Herausforderungen trotz motorischer oder sensorischer Einschränkungen besser zu bewältigen.
  • Physikalische Maßnahmen: Bäder, Massagen oder die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) können zur Linderung der Symptome beitragen.

In dieses Spektrum physikalischer und regenerativer Ansätze kann sich die Ganzkörperkältetherapie als ergänzende Maßnahme einfügen.

Ganzkörperkältetherapie: Ein möglicher Baustein im Gesamtkonzept

Die Idee, den Körper gezielt einem starken Kältereiz auszusetzen, mag zunächst widersprüchlich klingen, wenn bereits die Temperaturempfindung gestört ist. Doch der Ansatz der Ganzkörperkältetherapie zielt nicht auf eine oberflächliche Kühlung ab, sondern auf die Auslösung systemischer, also den ganzen Körper betreffender, physiologischer Reaktionen. Bei einer Sitzung in unserer Kryotherapie (Cryo) in Memmingen verbringst du für rund drei Minuten in trockener Kälte von -110 °C. Dieser extreme, aber sehr kurze Reiz löst eine Kaskade von Anpassungsreaktionen aus.

Aus physiologischer Sicht gibt es mehrere Ansatzpunkte, warum eine Kryotherapie bei den Symptomen einer Polyneuropathie unterstützend wirken könnte:

1. Modulation von Entzündungsprozessen: Einige Formen der Polyneuropathie, insbesondere autoimmun bedingte, haben eine klare entzündliche Komponente. Aber auch bei der diabetischen Polyneuropathie spielen niederschwellige, chronische Entzündungsprozesse eine Rolle. Systematische Übersichtsarbeiten zu Kälteanwendungen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen deuten darauf hin, dass Kälte potenziell entzündungshemmende Effekte haben kann [1]. Studien bei Sportlern und gesunden Probanden zeigten nach Kälteserien Veränderungen bei Entzündungsmarkern wie Interleukin-6 (IL-6) [3, 5]. Die Hypothese ist, dass der Kältereiz die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe reduzieren und die Freisetzung entzündungshemmender Zytokine anregen könnte. Dies ist ein systemischer Effekt, der theoretisch auch bei entzündlichen Prozessen im peripheren Nervensystem eine Rolle spielen könnte.

2. Einfluss auf oxidativen Stress: Oxidativer Stress entsteht, wenn im Körper ein Ungleichgewicht zwischen schädlichen freien Radikalen und schützenden Antioxidantien herrscht. Dieser Zustand wird mit der Schädigung von Zellstrukturen, einschließlich Nervenzellen, in Verbindung gebracht und ist ein bekannter Faktor bei der Entstehung der diabetischen Polyneuropathie. Untersuchungen an gesunden Männern legen nahe, dass wiederholte Ganzkörperkälteanwendungen die antioxidative Kapazität des Körpers verbessern und Marker für oxidativen Stress reduzieren könnten [2, 3]. Eine solche Stärkung der körpereigenen Abwehrmechanismen könnte ein günstiges Umfeld für die Regeneration schaffen.

3. Wirkung auf die Nervenleitung und Schmerzwahrnehmung: Kälte verlangsamt die Leitgeschwindigkeit von Nervenimpulsen. Dieser Effekt wird lokal genutzt, um akute Schmerzen zu lindern. Auf systemischer Ebene könnte der intensive Reiz der Ganzkörperkältetherapie die Verarbeitung von Schmerzsignalen im zentralen Nervensystem beeinflussen. Er könnte dazu beitragen, die ständige "Feuerrate" überaktiver Schmerzfasern zu dämpfen und das Schmerzgedächtnis zu "resetten". Viele unserer Gäste berichten von einer spürbaren Linderung ihrer Missempfindungen und Schmerzen nach einer Serie von Kälteanwendungen, auch wenn dies individuell sehr unterschiedlich ist.

4. Verbesserung des Allgemeinbefindens und Reduktion von Fatigue: Chronische Schmerzen und Missempfindungen sind extrem ermüdend. Dieses als Fatigue bezeichnete Erschöpfungssyndrom ist eine häufige Begleiterscheinung. Die Kälteanwendung führt zu einer massiven Ausschüttung von Endorphinen und wirkt stark aktivierend auf das vegetative Nervensystem. Dieser Effekt kann zu einer verbesserten Stimmung, mehr Energie und einem besseren Schlaf beitragen. Eine Studie an Patienten mit Multipler Sklerose, einer anderen neurologischen Erkrankung, deutete darauf hin, dass Ganzkörperkältetherapie positive Effekte auf Fatigue und den funktionellen Status haben kann [4]. Auch wenn sich dies nicht direkt übertragen lässt, zeigt es das Potenzial der Methode, das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.

Was die Forschung zur Ganzkörperkältetherapie zeigt

Ein wissenschaftlich fundierter Blick auf die Studienlage ist essenziell, um die Möglichkeiten und Grenzen der Ganzkörperkältetherapie realistisch einzuschätzen. Es ist wichtig vorauszuschicken, dass es bislang keine großen, randomisierten und kontrollierten Studien gibt, die den Effekt der Kryotherapie spezifisch bei Patientinnen und Patienten mit Polyneuropathie untersucht haben. Die wissenschaftliche Evidenz ist daher indirekt und basiert auf der Übertragung von Erkenntnissen aus anderen Forschungsbereichen.

Die existierende Forschung liefert jedoch interessante physiologische Puzzleteile. So haben systematische Übersichtsarbeiten gezeigt, dass Kälteanwendungen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen positive Effekte haben können, etwa durch eine Reduktion von Entzündungsmediatoren [1]. Eine Studie an gesunden Männern untersuchte die Auswirkungen von Kälteserien auf das Blutbild und bestimmte Botenstoffe. Sie konnte zeigen, dass sich die Konzentration des Entzündungsmarkers Interleukin-6 (IL-6) verändern kann und der antioxidative Status im Körper beeinflusst wird [3]. Eine andere Untersuchung fand ebenfalls Hinweise darauf, dass wiederholte Kältereize den oxidativen Stress bei gesunden Männern reduzieren können [2]. Diese Mechanismen, also die mögliche Dämpfung von Entzündungen und die Reduktion von oxidativem Stress, sind an der Entstehung und dem Fortschreiten vieler Polyneuropathie-Formen beteiligt. Daher ist die Hypothese naheliegend, dass eine Ganzkörperkältetherapie hier unterstützend wirken könnte.

Eine weitere interessante Beobachtung stammt aus der Forschung zur Multiplen Sklerose (MS). In einer Studie wurde festgestellt, dass eine Serie von Kälteanwendungen bei MS-Patienten die empfundene Müdigkeit (Fatigue) reduzieren und den funktionellen Status verbessern konnte [4]. Da Fatigue auch bei Polyneuropathie ein massives Problem darstellt, ist dieser Befund ein relevanter Anhaltspunkt für eine mögliche Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität.

Man muss die Grenzen dieser Studien jedoch klar benennen. Oft handelt es sich um Untersuchungen mit kleinen Teilnehmerzahlen und kurzen Beobachtungszeiträumen. Viele Studien wurden an gesunden, jungen Männern oder Athleten durchgeführt [5, 6], was die Übertragbarkeit auf eine ältere oder chronisch kranke Population einschränkt. Zudem fehlt oft eine verblindete Kontrollgruppe, was die Interpretation der Ergebnisse erschwert. Die Forschung legt also nahe, dass Ganzkörperkälte interessante physiologische Reaktionen auslöst, die für Menschen mit Polyneuropathie relevant sein könnten. Ein direkter Beweis für die Wirksamkeit bei diesem speziellen Krankheitsbild steht aber noch aus.

Sicherheit an erster Stelle: Wann Vorsicht geboten ist

Die Ganzkörperkältetherapie ist eine intensive Anwendung, die nicht für jeden geeignet ist. Eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung ist vor der ersten Anwendung bei uns grundsätzlich empfohlen. Bei einer Polyneuropathie ist besondere Vorsicht geboten. Da das Empfinden für Kälte und Schmerz an den Füßen und Händen gestört sein kann, besteht ein theoretisch erhöhtes Risiko für lokale Erfrierungen, da du Warnsignale deines Körpers möglicherweise nicht spürst.

Aus diesem Grund achten wir bei Gästen mit bekannter Polyneuropathie besonders sorgfältig auf den Schutz von Händen und Füßen durch geeignete Handschuhe und feste Socken sowie Schuhe. Die kurze Anwendungsdauer von nur drei Minuten und die trockene Kälte, bei der die Hauttemperatur nur oberflächlich und kurz absinkt [8], minimieren dieses Risiko erheblich.

Absolute Kontraindikationen für eine Kälteanwendung sind unter anderem:

  • nicht eingestellter Bluthochdruck und andere schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • kürzlich erlittener Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Raynaud-Syndrom (Weißfingerkrankheit)
  • akute fieberhafte Infekte
  • Kälteallergie
  • Schwangerschaft

Deine Sicherheit hat für uns oberste Priorität. In einem ausführlichen Vorgespräch klären wir alle deine Fragen und eventuelle Risikofaktoren.

Dein Weg in unserer Kryotherapie in Memmingen

Wenn du nach ärztlicher Rücksprache die Ganzkörperkältetherapie als ergänzende Maßnahme für dich ausprobieren möchtest, begleiten wir dich professionell und einfühlsam. Hier bei uns im Studio für Kryotherapie in Memmingen erwartet dich eine ruhige und seriöse Atmosphäre. Vor deiner ersten Anwendung erklären wir dir den genauen Ablauf. Du ziehst dich bis auf die Unterwäsche aus und schützt die empfindlichen Akren, also Hände, Füße, Nase, Mund und Ohren. Anschließend betrittst du die Vorkammer und dann die Hauptkammer mit -110 °C. Während der gesamten drei Minuten bleibst du in Bewegung, gehst langsam auf der Stelle und wirst von uns durch ein Fenster und eine Sprechanlage betreut.

Das Gefühl danach beschreiben viele als prickelnd und belebend. Die Haut ist gerötet, da das Blut zurück in die Peripherie strömt. Viele Gäste berichten von einer unmittelbaren Linderung ihrer Missempfindungen, einer Reduktion von Schmerzen und einem Gefühl von Leichtigkeit und Energie. Für einen nachhaltigen Effekt wird meist eine Serie von Anwendungen empfohlen, um die adaptiven Prozesse des Körpers optimal zu nutzen.

Häufige Fragen

Wie fühlt sich die Kältetherapie bei -110 °C an?

Die Kälte ist intensiv, aber durch die extrem geringe Luftfeuchtigkeit gut auszuhalten. Sie fühlt sich anders an als feuchte Winterkälte. Die meisten beschreiben es als ein starkes Prickeln auf der Haut, aber nicht als schmerzhaft.

Kann eine Kältetherapie meine Polyneuropathie heilen?

Nein, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Die Ganzkörperkältetherapie ist eine unterstützende Wellness- und Regenerationsanwendung, keine Heilbehandlung. Sie kann helfen, Symptome wie Schmerzen, Missempfindungen und Fatigue zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern, heilt aber nicht die zugrundeliegende Nervenschädigung.

Wie oft sollte ich die Ganzkörperkältetherapie anwenden?

Für einen spürbaren Effekt empfehlen wir oft eine Initialserie von etwa zehn Anwendungen in einem Zeitraum von zwei bis drei Wochen. Danach können regelmäßige einzelne Sitzungen, zum Beispiel ein- bis zweimal pro Woche, helfen, den erreichten Zustand zu erhalten. Der optimale Rhythmus ist jedoch sehr individuell und sollte auf dein persönliches Empfinden abgestimmt werden.

Ist die Kälte bei geschädigten Nerven nicht gefährlich?

Bei korrekter Anwendung und Beachtung der Kontraindikationen ist das Risiko sehr gering. Die extreme Trockenheit der Luft und die kurze Dauer verhindern eine tiefe Auskühlung des Gewebes. Der sorgfältige Schutz von Händen und Füßen ist bei Polyneuropathie besonders wichtig, worauf wir streng achten.

Warum ist eine ärztliche Abklärung vor der Kältetherapie so wichtig?

Eine Polyneuropathie hat immer eine Ursache, die gefunden und medizinisch behandelt werden muss. Zudem müssen mögliche Herz-Kreislauf-Risiken oder andere Kontraindikationen ausgeschlossen werden, um die Anwendung für dich sicher zu gestalten. Deine Gesundheit steht an erster Stelle.

Was muss ich vor einer Sitzung beachten?

Du solltest kurz vor der Anwendung nicht duschen oder dich eincremen, die Haut muss komplett trocken sein. Schmuck und Piercings müssen abgelegt werden. Ansonsten kommst du einfach so, wie du bist, und wir kümmern uns um den Rest.

Gibt es Nebenwirkungen bei der Ganzkörperkältetherapie?

Bei korrekter Anwendung sind ernsthafte Nebenwirkungen extrem selten. Es kann kurzzeitig zu einer Rötung der Haut oder einem leichten Anstieg des Blutdrucks kommen, der sich aber schnell wieder normalisiert. Personen mit sehr empfindlicher Haut können mit leichten Hautreizungen reagieren.

Kältetherapie in Memmingen

Die Ganzkörperkältetherapie bei Kryotherapie (Cryo) Memmingen ist eine kurze, trockene Kälteanwendung bei bis zu –110 °C. Eine Sitzung dauert rund drei Minuten. Wer Kältetherapie bei Polyneuropathie begleitend nutzen möchte, klärt die Eignung vorab ärztlich ab. Unsere Anwendung ersetzt keine Behandlung, sie kann sie im Alltag ergänzen.

Wie eine Sitzung genau abläuft, was Du mitbringst und worauf Du direkt danach achtest, steht im Ablauf der Kältetherapie. Welche Effekte in Studien und Erfahrungsberichten diskutiert werden, findest Du unter mögliche Wirkungen der Kältetherapie. Gegenanzeigen sammeln wir in den wichtigen Hinweisen.

Regelmäßige Kältetherapie ist planbar: Einzelsitzung, Karten oder Flatrate stehen in den Preisen. Fragen zur Ganzkörperkältetherapie beantworten wir gern persönlich.

Studien und Quellen

Diese peer-reviewten Publikationen bilden die Grundlage der im Text beschriebenen Studienlage. Sie zeigen mögliche Effekte, keine gesicherte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.

  1. [1] Cryotherapy in inflammatory rheumatic diseases: a systematic review

    Guillot X, Tordi N, Mourot L, Demougeot C, Dugue B, Prati C, Wendling D (2014), Expert Review of Clinical Immunology. Systematische Übersicht zu Kälteanwendungen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

  2. [2] Whole-body cryostimulation as an effective method of reducing oxidative stress in healthy men

    Stanek A, Cholewka A, Wielkoszynski T, Romuk E, Sieron K, Sieron A (2016), Advances in Clinical and Experimental Medicine. Untersuchung von Markern des oxidativen Stresses nach Kälteserien.

  3. [3] Do sessions of cryostimulation have influence on white blood cell count, level of IL6 and total oxidative and antioxidative status in healthy men?

    Lubkowska A, Szygula Z, Klimek AJ, Torii M (2010), European Journal of Applied Physiology. Messung von Leukozyten, Interleukin-6 und antioxidativem Status bei gesunden Männern.

  4. [4] Whole-body cryostimulation (cryotherapy) provides benefits for fatigue and functional status in multiple sclerosis patients

    Miller E, Kostka J, Wlodarczyk T, Dugue B (2016), Acta Neurologica Scandinavica. Untersuchung zu Fatigue und funktionellem Status bei Multipler Sklerose.

  5. [5] Whole-Body Cryotherapy in Athletes: From Therapy to Stimulation. An Updated Review of the Literature

    Lombardi G, Ziemann E, Banfi G (2017), Frontiers in Physiology. Review zu Effekten auf Entzündungs-, Muskel- und Stoffwechselmarker bei Sportlern.

  6. [6] Whole-body cryotherapy in athletes

    Banfi G, Lombardi G, Colombini A, Melegati G (2010), Sports Medicine. Frühe Übersichtsarbeit zu Anwendung und Sicherheitsaspekten im Sport.

  7. [7] Anthropometric characteristics and sex influence magnitude of skin cooling following exposure to whole body cryotherapy

    Hammond LE, Cuttell S, Nunley P, Meyler J (2014), BioMed Research International. Hautkühlung in Abhängigkeit von Körperbau und Geschlecht.

  8. [8] Thermography study of skin response due to whole-body cryotherapy

    Cholewka A, Stanek A, Sieron A, Drzazga Z (2012), Skin Research and Technology. Thermografische Beobachtung der Hautreaktion auf Ganzkörperkälte.