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Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag – medizinische Fußpflege / Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie / Kältetherapie
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Der leise Kampf nach der Infektion
Der Wecker klingelt. Früher wärst Du aufgestanden, hättest den Tag begonnen. Heute fühlt sich schon der Gedanke daran wie die Besteigung eines Berges an. Jeder Arm, jedes Bein scheint mit Blei gefüllt zu sein. Es ist nicht die normale Müdigkeit nach einer kurzen Nacht. Es ist eine tiefgreifende, lähmende Erschöpfung, die seit Deiner Corona-Infektion vor Monaten nicht mehr weichen will. Der Versuch, einen klaren Gedanken zu fassen, scheitert oft an einem dichten Nebel im Kopf. Selbst der kurze Weg zum Supermarkt wird zur unüberwindbaren Hürde. Dein Körper, einst verlässlich und stark, fühlt sich fremd an.
Du bist nicht allein mit dieser Erfahrung. Millionen Menschen weltweit kämpfen mit den Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion, einem Zustand, der oft als Long Covid oder Post-COVID-Syndrom bezeichnet wird. Die Suche nach Wegen, den Alltag zurückzuerobern, ist für viele ein zentrales Anliegen. Neben etablierten medizinischen Wegen rücken auch komplementäre Ansätze in den Fokus, die den Körper in seiner Regeneration unterstützen können. Eine dieser Anwendungen ist die Ganzkörperkältetherapie, wie wir sie hier im Studio in Memmingen anbieten. Sie setzt auf einen kurzen, intensiven Kältereiz, um verschiedene physiologische Prozesse im Körper anzuregen. Dieser Artikel soll Dir einen tiefgehenden Einblick geben, was bei Long Covid im Körper passiert und wie eine Kälteanwendung ein Baustein in Deinem persönlichen Regenerationskonzept sein könnte.
Was ist Long Covid eigentlich?
Der Begriff Long Covid beschreibt Beschwerden, die mehr als vier Wochen nach einer akuten SARS-CoV-2-Infektion fortbestehen, sich neu entwickeln oder wiederkehren. Halten die Symptome länger als zwölf Wochen an und können nicht durch eine andere Diagnose erklärt werden, sprechen Medizinerinnen und Mediziner vom Post-COVID-Syndrom. Das Beschwerdebild ist außerordentlich vielfältig und individuell sehr unterschiedlich. Es handelt sich nicht um eine einzelne Krankheit, sondern um ein komplexes Syndrom, das nahezu jedes Organsystem betreffen kann.
Die häufigsten und belastendsten Symptome, von denen Betroffene berichten, sind:
- Fatigue: Eine schwere, krankhafte Erschöpfung, die sich durch Ruhe nicht ausreichend bessert. Oft tritt eine Belastungsintoleranz auf, bei der sich der Zustand schon nach geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung verschlechtert.
- Kognitive Störungen (Brain Fog): Schwierigkeiten mit Konzentration, Gedächtnis, Wortfindung und der Verarbeitung von Informationen.
- Atemnot (Dyspnoe): Das Gefühl, nicht tief genug einatmen zu können, oft ohne dass messbare Lungenfunktionsstörungen vorliegen.
- Muskel und Gelenkschmerzen (Myalgien und Arthralgien).
- Störungen des autonomen Nervensystems: Herzrasen, Schwindel im Stehen (POTS), Kreislaufschwankungen, Verdauungsprobleme.
- Kopfschmerzen, Geruchs und Geschmacksstörungen, Schlafstörungen und psychische Belastungen wie Angst oder depressive Verstimmungen.
Diese Symptome können in ihrer Intensität stark schwanken. Sie kommen und gehen, was die Planung des Alltags für Dich und Dein Umfeld extrem schwierig macht. Die Unsichtbarkeit der Erkrankung ist eine zusätzliche Bürde. Du siehst nicht krank aus, fühlst Dich aber oft außerstande, am normalen Leben teilzuhaben.
Die physiologischen Spuren: Entzündung und Dysregulation
Um zu verstehen, wie eine unterstützende Anwendung wie die Ganzkörperkältetherapie wirken könnte, müssen wir uns die vermuteten Ursachen von Long Covid auf physiologischer Ebene ansehen. Die Forschung ist intensiv, doch ein einheitliches Erklärungsmodell gibt es noch nicht. Mehrere Hypothesen werden diskutiert, die wahrscheinlich ineinandergreifen.
Eine zentrale Theorie sind fortbestehende, niedrigschwellige Entzündungsprozesse. Die akute Infektion löst eine starke Immunreaktion aus. Bei manchen Menschen scheint diese Reaktion nicht vollständig zur Ruhe zu kommen. Es verbleiben erhöhte Konzentrationen von Entzündungsbotenstoffen (Zytokinen) im Körper, die zu einer chronischen Inflammation führen und Symptome wie Fatigue und Schmerzen unterhalten können.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der oxidative Stress. Während der Immunabwehr und bei Entzündungsprozessen entstehen vermehrt freie Radikale. Das sind hochreaktive Moleküle, die Zellstrukturen wie Proteine, Lipide und die DNA schädigen können. Normalerweise hält der Körper dies mit antioxidativen Systemen im Gleichgewicht. Bei Long Covid wird vermutet, dass dieses Gleichgewicht gestört ist. Ein Übermaß an oxidativem Stress könnte die Funktion der Mitochondrien, der Kraftwerke unserer Zellen, beeinträchtigen und so direkt zur massiven Erschöpfung beitragen.
Diskutiert werden zudem Autoimmunphänomene, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene Strukturen angreift, sowie eine Dysfunktion des autonomen Nervensystems, das unbewusst ablaufende Körperfunktionen wie Herzschlag, Blutdruck und Verdauung steuert. Auch Virusreservoire, also verbleibende Virusbestandteile im Gewebe, die das Immunsystem chronisch aktivieren, oder eine Reaktivierung anderer, im Körper schlummernder Viren wie dem Epstein-Barr-Virus, werden als mögliche Ursachen erforscht.
All diese Prozesse malen das Bild eines Körpers, der nach einer schweren Belastung in einem Zustand der Dysregulation verharrt. Er findet nicht in sein altes Gleichgewicht, die sogenannte Homöostase, zurück.
Der Weg zur Diagnose und etablierte Therapien
Wenn Du unter den beschriebenen Symptomen leidest, ist der erste und wichtigste Schritt der Gang zu Deiner Hausärztin oder Deinem Hausarzt. Long Covid ist eine Ausschlussdiagnose. Das bedeutet, es werden zunächst umfassende Untersuchungen durchgeführt, um andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen, zum Beispiel eine Schilddrüsenfunktionsstörung, einen Eisenmangel oder eine Herzerkrankung, auszuschließen. Die ärztliche Abklärung ist unerlässlich und kann nicht durch eine Selbstdiagnose oder alternative Anwendungen ersetzt werden.
Die Therapie von Long Covid ist symptomatisch und multimodal. Das heißt, es gibt nicht das eine Medikament, sondern ein Bündel von Maßnahmen, das individuell auf Dich zugeschnitten wird. Ein zentrales Konzept ist das Pacing. Dabei lernst Du, Deine körperlichen, geistigen und emotionalen Energiereserven bewusst einzuteilen, um eine Überlastung und die damit einhergehende Zustandsverschlechterung zu vermeiden. Weitere Bausteine sind:
- Physiotherapie: Zur vorsichtigen Mobilisierung, Verbesserung der Atemfunktion und Behandlung von Schmerzen.
- Ergotherapie: Um Strategien für den Alltag zu entwickeln und die kognitiven Fähigkeiten zu trainieren.
- Logopädie: Bei Atem, Stimm und Schluckproblemen.
- Psychologische Unterstützung: Zur Bewältigung der seelischen Belastung, die eine solch chronische Erkrankung mit sich bringt.
Alle diese Maßnahmen zielen darauf ab, Deine Symptome zu lindern und Deine Lebensqualität schrittweise zu verbessern.
Die Rolle der Ganzkörperkältetherapie: Ein physiologischer Ansatz
Wo kann nun eine Ganzkörperkältetherapie in diesem Gesamtkonzept einen Platz finden? Wichtig ist: Sie ist keine Heilmethode für Long Covid und ersetzt keine der genannten ärztlichen Therapien. Sie ist eine unterstützende Wellness- und Regenerationsanwendung, die auf physiologischer Ebene an einigen der vermuteten Problemstellen ansetzen könnte. Bei der Ganzkörperkältetherapie setzt Du Deinen Körper für rund drei Minuten einer extrem trockenen Kälte von -110 °C aus. Dieser starke, aber kurze Reiz löst eine Kaskade von Reaktionen im Körper aus.
Der Grundgedanke ist, den Körper durch einen gezielten Stressreiz (Hormesis) dazu anzuregen, seine eigenen Regulations- und Reparatursysteme hochzufahren. Man gibt ihm einen Impuls, um aus dem Zustand der Dysregulation herauszufinden.
Mögliche Ansatzpunkte bei Long Covid sind:
- Modulation von Entzündungsprozessen: Der Kältereiz führt zu einer massiven Verengung der oberflächlichen Blutgefäße, gefolgt von einer reaktiven Erweiterung nach der Anwendung. Diese "Gefäßgymnastik" und die systemischen Reaktionen könnten die Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen beeinflussen. Die Forschung untersucht, ob regelmäßige Kälteanwendungen dazu beitragen können, niedrigschwellige Entzündungen zu dämpfen [3, 5].
- Einfluss auf das Nervensystem: Die Kälte blockiert vorübergehend die Leitungsgeschwindigkeit von Schmerzfasern, was zu einer kurzfristigen Schmerzlinderung führen kann. Zudem wird die Aktivität des Parasympathikus, des "Ruhenervs" im vegetativen Nervensystem, angeregt. Viele unserer Gäste berichten von einem Gefühl der mentalen Klarheit und Beruhigung nach der Sitzung, was dem "Brain Fog" entgegenwirken könnte.
- Anregung antioxidativer Systeme: Der Kältereiz stellt für die Zellen einen kurzfristigen, kontrollierten Stress dar. Als Anpassungsreaktion darauf könnte der Körper seine eigenen antioxidativen Schutzmechanismen stärken, um dem oben beschriebenen oxidativen Stress besser zu begegnen. Dies wird in Studien an gesunden Probanden untersucht [1, 4].
- Verbessertes Wohlbefinden: Die Kälteexposition führt zur Ausschüttung von Endorphinen und Noradrenalin. Das kann einen stimmungsaufhellenden und aktivierenden Effekt haben, der dem Gefühl der lähmenden Erschöpfung für einige Stunden etwas entgegensetzt. Viele Nutzer fühlen sich nach einer Sitzung wacher und energiegeladener.
Die Ganzkörperkältetherapie greift also auf einer sehr grundlegenden, physiologischen Ebene in Körperprozesse ein, die bei Long Covid gestört sein könnten. Sie ist kein Wundermittel, kann aber eine wertvolle Ergänzung sein, um das Wohlbefinden zu steigern und die körpereigene Regeneration zu unterstützen.
Was die Forschung zeigt
Die wissenschaftliche Datenlage zur Ganzkörperkältetherapie bei Long Covid selbst ist noch nicht existent. Das ist wichtig zu betonen. Es gibt keine spezifischen Studien, die diese Anwendung direkt bei Post-COVID-Patienten untersucht haben. Um eine vorsichtige Einschätzung des Potenzials vorzunehmen, müssen wir daher auf Studien aus verwandten Bereichen blicken und deren Ergebnisse mit großer Vorsicht auf das komplexe Bild von Long Covid übertragen.
Ein sehr relevantes Symptom ist die Fatigue. Hier liefert eine Untersuchung an Patienten mit Multipler Sklerose (MS) interessante Anhaltspunkte [2]. MS ist eine chronisch-entzündliche neurologische Erkrankung, bei der Fatigue ebenfalls ein zentrales und sehr belastendes Symptom ist. In dieser Studie durchliefen die Teilnehmenden eine Serie von zehn Sitzungen der Ganzkörperkältetherapie. Im Anschluss berichteten sie über eine signifikante Reduktion ihrer empfundenen Erschöpfung und zeigten eine Verbesserung ihres funktionellen Status, also ihrer Fähigkeit, Alltagsaktivitäten auszuführen. Die Autoren leiten daraus ab, dass die Ganzkörperkältetherapie eine vorteilhafte Ergänzung zur Standardrehabilitation bei MS-Patienten mit Fatigue sein könnte [2]. Die Übertragbarkeit auf Long-Covid-Fatigue ist unklar und muss weiter erforscht werden, aber die Beobachtung ist ermutigend.
Ein weiterer Schwerpunkt der Forschung liegt auf Entzündungsmarkern und oxidativem Stress. Eine Studie mit gesunden Männern untersuchte die Auswirkungen von Kältesitzungen auf das Immunsystem. Sie beobachteten Veränderungen bei der Anzahl weißer Blutkörperchen und beim Entzündungsmarker Interleukin-6 (IL-6) [1]. Eine andere Arbeit, ebenfalls mit gesunden Männern, stellte fest, dass eine Serie von Kälteanwendungen zu einer Reduktion von Markern für oxidativen Stress und zu einer Erhöhung der antioxidativen Gesamtkapazität des Blutes führen kann [4]. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Ganzkörperkälte potenziell die Fähigkeit des Körpers verbessern könnte, mit oxidativem Stress und Entzündungen umzugehen.
Eine systematische Übersichtsarbeit, die den Einsatz von Kryotherapie (Cryo) bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen analysierte, kommt zu dem Schluss, dass Kälteanwendungen eine Rolle bei der Behandlung von Entzündung und Schmerz spielen können [3]. Dies untermauert die grundlegende Hypothese, dass Kälte entzündungsmodulierende Effekte haben kann.
Die Grenzen dieser Forschung sind offensichtlich. Die Studien wurden oft an kleinen Gruppen durchgeführt. Die Probanden waren meist gesund [1, 4] oder litten an anderen Erkrankungen wie MS [2] oder Rheuma [3]. Die Ergebnisse lassen sich nicht eins zu eins auf Menschen mit Long Covid übertragen. Es braucht dringend größere, kontrollierte und verblindete Studien, die speziell die Wirkung der Ganzkörperkältetherapie auf die Symptome des Post-COVID-Syndroms untersuchen. Bis dahin bleiben die hier genannten Effekte Hypothesen und die Anwendung eine unterstützende Maßnahme auf Basis plausibler physiologischer Überlegungen.
Die Ganzkörperkältetherapie bei uns in Memmingen: Ablauf und Sicherheit
Wenn Du Dich für eine Kälteanwendung entscheidest, ist es uns wichtig, dass Du Dich sicher und gut aufgehoben fühlst. Hier bei uns im Studio in Memmingen, im Herzen des Unterallgäus, legen wir größten Wert auf eine sorgfältige Betreuung. Ein typischer Besuch läuft folgendermaßen ab: Zuerst führen wir ein ausführliches Vorgespräch, in dem wir Deine Situation, Deine Ziele und vor allem mögliche Kontraindikationen besprechen.
Für die Anwendung selbst entkleidest Du Dich bis auf die Unterwäsche. Du erhältst von uns Schutz für Hände, Füße und Ohren, da diese Extremitäten schneller auskühlen. Dann betrittst Du für etwa drei Minuten die Kryotherapie mit trockener Luft bei -110 °C. Während der gesamten Zeit stehst Du unter Beobachtung und kannst die Kammer jederzeit verlassen. Die Kälte ist intensiv, wird aber von den meisten Menschen als nicht schmerzhaft, sondern als erfrischend und prickelnd empfunden. Nach den drei Minuten trittst Du wieder heraus. Die Haut ist gerötet, der Kreislauf angeregt. Viele berichten von einem sofortigen Gefühl der Wachheit und Leichtigkeit.
Sicherheit hat oberste Priorität. Gerade bei Long Covid, das auch das Herz-Kreislauf-System betreffen kann, ist eine vorherige ärztliche Abklärung absolut notwendig. Bitte sprich mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt, ob eine Ganzkörperkältetherapie für Dich infrage kommt.
Es gibt klare Kontraindikationen, bei denen eine Anwendung nicht durchgeführt werden darf. Dazu gehören unter anderem:
- Akute oder instabile Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt in den letzten 6 Monaten, instabile Angina Pectoris, schwere Herzrhythmusstörungen, unbehandelter Bluthochdruck)
- Schwere periphere arterielle Verschlusskrankheit
- Raynaud-Syndrom
- Akute fieberhafte Erkrankungen
- Kälteallergie
- Schwangerschaft
Wir verstehen die Anwendung als eine partnerschaftliche Maßnahme auf Deinem Weg zur Besserung. Du gibst Deinem Körper einen Impuls, er muss die Arbeit der Regulation leisten.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich die Kältetherapie bei Long Covid anwenden?
Dies ist sehr individuell und sollte in Absprache mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt erfolgen. Bei einem sensiblen und dysregulierten System wie bei Long Covid empfehlen wir, sehr langsam zu beginnen, zum Beispiel mit einer Anwendung pro Woche. Beobachte genau, wie Dein Körper reagiert, und achte auf die Signale von Erschöpfung oder Wohlbefinden. Pacing ist auch hier der Schlüssel.
Ist die Ganzkörperkältetherapie schmerzhaft?
Die extreme Kälte ist ein sehr intensiver Reiz, wird aber aufgrund der Trockenheit der Luft meist nicht als schmerzhaft empfunden. Das Gefühl ist eher ein starkes Prickeln auf der Haut. Die kurze Dauer von nur drei Minuten macht die Anwendung für die meisten Menschen gut tolerierbar.
Was muss ich vor einer Sitzung beachten?
Deine Haut muss komplett trocken sein. Trage vor der Anwendung keine Cremes, Lotionen oder Öle auf. Jeglicher Schmuck und Piercings aus Metall müssen abgelegt werden, da Metall bei diesen Temperaturen extrem kalt wird. Komm am besten in entspannter Verfassung und nimm Dir auch nach der Sitzung einen Moment Zeit.
Gibt es Nebenwirkungen bei der Kältetherapie?
Bei korrekter Anwendung und Beachtung der Kontraindikationen ist die Ganzkörperkältetherapie sehr nebenwirkungsarm. Eine vorübergehende Rötung der Haut ist eine normale und erwünschte Reaktion. In seltenen Fällen können leichte Hautreizungen oder ein kurzfristiger Anstieg des Blutdrucks auftreten, weshalb eine ärztliche Freigabe so wichtig ist.
Ersetzt die Ganzkörperkältetherapie eine ärztliche Behandlung?
Nein, auf keinen Fall. Die Ganzkörperkältetherapie ist eine komplementäre Wellness- und Regenerationsanwendung. Sie kann eine ärztlich verordnete Therapie bei Long Covid nicht ersetzen, sondern soll diese nach ärztlicher Rücksprache unterstützen, indem sie das allgemeine Wohlbefinden fördert und die körpereigenen Regulationskräfte anregt.
Warum gerade -110 °C?
Diese Temperatur ist notwendig, um innerhalb der kurzen Anwendungszeit von drei Minuten einen ausreichend starken thermischen Schock auf der Hautoberfläche auszulösen, ohne das Körperinnere auszukühlen. Die Trockenheit der Luft verhindert Erfrierungen und macht die Temperatur erträglich. Dieser starke Reiz ist entscheidend, um die gewünschten physiologischen Reaktionen wie die Ausschüttung von Botenstoffen und die Aktivierung des Nervensystems anzustoßen.
Kältetherapie in Memmingen
Die Ganzkörperkältetherapie bei Kryotherapie (Cryo) Memmingen ist eine kurze, trockene Kälteanwendung bei bis zu –110 °C. Eine Sitzung dauert rund drei Minuten. Wer Kältetherapie bei Long Covid und Erschöpfung begleitend nutzen möchte, klärt die Eignung vorab ärztlich ab. Unsere Anwendung ersetzt keine Behandlung, sie kann sie im Alltag ergänzen.
Wie eine Sitzung genau abläuft, was Du mitbringst und worauf Du direkt danach achtest, steht im Ablauf der Kältetherapie. Welche Effekte in Studien und Erfahrungsberichten diskutiert werden, findest Du unter mögliche Wirkungen der Kältetherapie. Gegenanzeigen sammeln wir in den wichtigen Hinweisen.
Regelmäßige Kältetherapie ist planbar: Einzelsitzung, Karten oder Flatrate stehen in den Preisen. Fragen zur Ganzkörperkältetherapie beantworten wir gern persönlich.
Studien und Quellen
Diese peer-reviewten Publikationen bilden die Grundlage der im Text beschriebenen Studienlage. Sie zeigen mögliche Effekte, keine gesicherte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.
- [1] Do sessions of cryostimulation have influence on white blood cell count, level of IL6 and total oxidative and antioxidative status in healthy men?
Lubkowska A, Szygula Z, Klimek AJ, Torii M (2010), European Journal of Applied Physiology. Messung von Leukozyten, Interleukin-6 und antioxidativem Status bei gesunden Männern.
- [2] Whole-body cryostimulation (cryotherapy) provides benefits for fatigue and functional status in multiple sclerosis patients
Miller E, Kostka J, Wlodarczyk T, Dugue B (2016), Acta Neurologica Scandinavica. Untersuchung zu Fatigue und funktionellem Status bei Multipler Sklerose.
- [3] Cryotherapy in inflammatory rheumatic diseases: a systematic review
Guillot X, Tordi N, Mourot L, Demougeot C, Dugue B, Prati C, Wendling D (2014), Expert Review of Clinical Immunology. Systematische Übersicht zu Kälteanwendungen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.
- [4] Whole-body cryostimulation as an effective method of reducing oxidative stress in healthy men
Stanek A, Cholewka A, Wielkoszynski T, Romuk E, Sieron K, Sieron A (2016), Advances in Clinical and Experimental Medicine. Untersuchung von Markern des oxidativen Stresses nach Kälteserien.
- [5] Whole-Body Cryotherapy in Athletes: From Therapy to Stimulation. An Updated Review of the Literature
Lombardi G, Ziemann E, Banfi G (2017), Frontiers in Physiology. Review zu Effekten auf Entzündungs-, Muskel- und Stoffwechselmarker bei Sportlern.
- [6] Whole-body cryotherapy in athletes
Banfi G, Lombardi G, Colombini A, Melegati G (2010), Sports Medicine. Frühe Übersichtsarbeit zu Anwendung und Sicherheitsaspekten im Sport.
- [7] Anthropometric characteristics and sex influence magnitude of skin cooling following exposure to whole body cryotherapy
Hammond LE, Cuttell S, Nunley P, Meyler J (2014), BioMed Research International. Hautkühlung in Abhängigkeit von Körperbau und Geschlecht.
- [8] Thermography study of skin response due to whole-body cryotherapy
Cholewka A, Stanek A, Sieron A, Drzazga Z (2012), Skin Research and Technology. Thermografische Beobachtung der Hautreaktion auf Ganzkörperkälte.